Kunstflecken : Ein Fest in der Werkhalle

Freudestrahlend wendet sich Gasandji an ihr Publikum, konzentriert wartet Schlagzeuger Macodou Ndiayec auf seinen Einsatz.
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Freudestrahlend wendet sich Gasandji an ihr Publikum, konzentriert wartet Schlagzeuger Macodou Ndiayec auf seinen Einsatz.

Mit Soul, Reggae und afrikanischen Klängen riss Gasandji ihr Publikum von den Stühlen.

shz.de von
14. September 2015, 11:00 Uhr

Neumünster | Sanft, hinreißend, energiegeladen – Gasandji plus Band. Englisch, Französisch und Lingala – wenn die Ausnahmemusikerin zum Mikrofon greift, kann die halbe Welt sie verstehen, ohne zum Wörterbuch greifen zu müssen. „Ich fühle mich als Weltbürgerin“, sagte Gasandji. Dieses Gefühl wolle sie mit ihrer Musik zum Ausdruck bringen, ergänzte die Wahlfranzösisin mit kongolesischen Wurzeln am Sonnabendabend in der ausverkauften Werkhalle.

Mit intensiver Stimme, die mal sanft und melancholisch klang, dann wieder laut und kraftvoll die gesamte Halle füllte, beschwor sie universelle Themen wie Liebe, Hoffnung und Schmerz. Auf ein einziges Genre lässt sich die selbstkomponierte Musik Gasandjis nicht festlegen. Die sympathische Frau wechselt problemlos zwischen melancholischem Pop, leidenschaftlichem Soul und den weichen Klängen ihrer Ahnen. Und das Beste: Das Publikum spürt ihre Leidenschaft sofort.

Vom ersten Takt bis zum letzten Ton des zweistündigen Konzertes ließ es sich von der Energie der Musiker mitreißen. Neben der singenden und Gitarre spielenden Gasandji standen die Flötistin Marine Thibault, der Gitarrist Abdoulaye Kouyate und der Schlagzeuger und Percussionist Macodou Ndiaye auf der Bühne. Wer gerade nicht spielte oder sang, der tanzte. „Das war ein Konzert der Extraklasse“, sagte Knuth Reichert nach der Veranstaltung. Nicht nur für die Ohren – auch seine Augen konnten kaum genug bekommen von der Freude, mit der sich die Musiker auf der Bühne bewegten, so der Kieler.

Jubelnden Zwischenapplaus gab es bereits im zweiten Stück. Danach war kein Halten mehr. Mit sehr persönlichen Ansagen vor jedem Lied hob Gasandji die Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum auf. Kleine, auffordernde Gesten der Künstlerin, und schon stimmte das gesamte Publikum in die afrikanischen Klänge ein. In den hinteren Reihen hatten sich die Gäste längst von ihren Stühlen erhoben, um zu tanzen. Die gesamte Werkhalle war durchdrungen von ausgelassener Festtagsstimmung.

„Noch steht Gasandji am Anfang ihrer Karriere“, sagte Wulf von Gaudecker während des Konzertes. Mit ihrer großen musikalischen Bandbreite und ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz habe Gasandji das Zeug zum Weltstar, war sich der Geschäftsführer der Künstleragentur Griot sicher.

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