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Weihnachten : Ein feierliches Fest trotz knapper Kasse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Familie von IIka Schröder lebt von Hartz IV und muss jeden Euro zwei Mal umdrehen. Dennoch schafft sie es, ein schönes Weihnachtsfest zu organisieren.

Neumünster | „Weihnachten ist in jedem Jahr eine große Herausforderung für mich. Zumal in dieser Zeit auch noch die Geburtstage meiner beiden Söhne anstehen“. Ilka Schröder (Name von der Redaktion geändert) geht offen mit ihrer Situation um. Dass sie ihren Alltag mit Hartz IV-Bezügen meistert, ist für die Neumünsteranerin kein Grund zur Scham. Im Gegenteil: Ilka Schröder ist stolz, dass es ihr auch mit geringen finanziellen Mitteln gelingt, Weihnachten für sich und ihre Kinder feierlich zu gestalten und sie ist dankbar für die Unterstützung der Tafel und ihrer Mitarbeiter.

Seit einer chronischen Rückenerkrankung, in deren Folge die Alleinerziehende arbeitsunfähig geschrieben wurde, ist sie auf die staatliche Grundsicherung angewiesen. Knapp 700 Euro stehen einer Alleinerziehenden mit zwei Kindern monatlich für Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Strom (ohne Heizung) und für die Bedürfnisse des täglichen Lebens sowie die Teilnahme am kulturellen Leben zur Verfügung. Hinzu kommt das Kindergeld von jeweils 190 Euro.

„Das ist nicht immer einfach, aber mit guter Planung und Verzicht kommen wir im Alltag über die Runden“, sagte die Neumünsteranerin. Mit einem außergewöhnlichen Ereignis, wie Weihnachten es ist, beschäftige sie sich deshalb bereits ab den Sommermonaten. „Wenn möglich, fange ich im Juli an, jeden Monat ein paar Euro für Geschenke beiseite zu legen“, erzählte Ilka Schröder. Außerdem halte sie das ganze Jahr über ihre Ohren offen, wenn die Kinder Wünsche äußern. „So, wie ich im Alltag ständig abwägen muss, welche Lebensmittel wir uns leisten können, halte ich es auch mit den Weihnachtsgeschenken.

Wenn sich bereits im Herbst herauskristallisiert, dass sich einer meiner Söhne ganz sehnlichst ein rotes T-Shirt wünscht, halte ich danach Ausschau“, sagte die Frau. Bei ihrer täglichen Suche nach günstigen Lebensmittelangeboten steht ab dann auch das T-Shirt auf der Liste. „Planung ist in meiner Lebenssituation das A und O“.

Und manchmal komme auch der Zufall zur Hilfe. „Seit mein Sohn auf die weiterführende Schule geht, spielen Markenkleidung und das „richtige“ Handy eine große Rolle. Natürlich können wir uns das nicht leisten, das wissen auch meine Kinder. Trotzdem möchten sie natürlich mit ihren Klassenkameraden mithalten. Zufällig habe ich neulich ein Markenhemd im Second Hand-Laden gefunden, das ich meinem Sohn unter den Weihnachtsbaum legen kann. Seine Freude wird riesengroß sein“, war sich Ilka Schröder sicher.

Auch wenn die alleinerziehende Mutter ihre Kinder zu Wertschätzung gegenüber Dingen und Menschen erzieht, weiß sie, dass es für die beiden Jungs nicht immer einfach ist, wenn nach den Weihnachtsferien die Geschenke in der Schule und im Freundeskreis verglichen werden. „,Was hat du bekommen? Und was hast du noch bekommen? Und noch?‘. Nach zwei Antworten ist bei meinen beiden Schluss. Zwei Geschenke pro Kind – mehr kann ich mir nicht leisten“, sagte die Neumünsteranerin.

Umso mehr freue sie sich über das Angebot der Tafel. Einmal in der Woche kommt Ilka Schröder vorbei, um sich Lebensmittel abzuholen. Gewürzgurken und Dosenmais hat sie bereits für den Heiligen Abend zurück gestellt. Denn dann soll es im Kreise der kleinen Familie Raclette geben. „Nachmittags schmücken wir gemeinsam den Baum, dann gehen wir in die Kirche. Nach dem Gottesdienst essen wir gemeinsam und danach gibt es die Bescherung – eigentlich wie bei vielen anderen Familien auch“, sagte die Frau und setzte dann fort: „Nur, dass meine Kinder schon sehr früh lernen, dass man nicht immer alles bekommt, was man sich wünscht“. Sie hoffe aber, dass ihre Kinder erkennen, dass Familie und Freunde wichtiger seien, als das neueste Star-Wars-Spiel.

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erstellt am 22.Dez.2015 | 18:42 Uhr

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