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Windkraft : „Ein einfaches Nein reicht nicht aus“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Padenstedter sind mit der Windkraftplanung des Landes nicht einverstanden. Spenden ermöglichen eine Bücherecke in den Bürgerstuben.

Padenstedt | Das Thema Eignungsflächen für Windräder erhitzt die Gemüter seit die Regionalplanung auf dem Tisch ist (der Courier berichtete). Auch in Padenstedt ist man mit dem Windkraftplan der Landesregierung, nach dem auf Padenstedter Gebiet zwei „Vorranggebiete für Windenergie“ ausgewiesen sind, nicht einverstanden. Das wurde am Donnerstagabend während der öffentlichen Gemeindevertretersitzung in den Bürgerstuben noch einmal sehr deutlich.
Um den komplexen Sachverhalt darzustellen, hatte Bürgermeister Carsten Bein den selbstständigen Stadtplaner Bernd Philipp eingeladen. Philipp ist seit 20 Jahren als Planer für Ortsentwicklung und Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein tätig.

„Wo stehen wir?“, „Wo haben wir Einflussmöglichkeiten?“ wollte der Bürgermeister wissen. „Neben den Ausschlusskriterien, zu denen festgelegte Mindestabstände zu Bebauungen, Waldflächen oder Bahntrassen zählen, gibt es die ,Abwägungskriterien‘“, erläuterte Philipp. „In Padenstedt gehören hierzu die Nähe zur Wetterstation in Boostedt, Tierkorridore über die Autobahn 7 und ein archäologisches Denkmal“. Was dann übrig bliebe, sei die potenzielle Eignungsfläche. „In Padenstedt ist das nicht wenig“, meinte Philipp und fügte auf Nachfrage hinzu: „Elf bis zwölf jeweils 200 Meter hohe Mühlen haben auf den beiden Eignungsflächen Platz“.

Das wollen die Gemeindevertreter so nicht hinnehmen und appellieren deshalb an die Padenstedter Bürger, aktiv am Online-Beteiligungsverfahren bis zum 30. Juni mitzuwirken und zu den vorgelegten Planentwürfen Stellung zu nehmen. „Regionalplanung ist normalerweise Sache der Gemeindevertreter“, sagte der Bürgermeister. Bei der Windenergie sei das anders. Die Stellungnahme der Gemeinde ist gleichgestellt mit der jedes einzelnen Bürgers“, erklärte Carsten Bein seinen Aufruf. Genaue Informationen zu den geplanten Flächen und zum Beteiligungverfahren gebe es auf der Internetseite der WG Padenstedt.

Da ein „einfaches Nein“ nicht ausreicht und stichhaltige Argumente gefragt sind, wollen sich die Gemeinden Gnutz, Wasbek, Padenstedt, Ehndorf und Arpsdorf abstimmen. „Es wird nicht einfach sein, in der Kürze der Zeit ausreichende Kriterien zu finden“, gab der anwesende Ehndorfer Bürgermeister Hauke Göttsch zu Bedenken.

Erfreuliches konnte Heidi Peters am Donnerstagabend berichten. „Dank einer großen Bücherspende an die Gemeinde Padenstedt konnten wir im Bastelzimmer der Bürgerstuben eine Bücherecke mit einer großen Auswahl aktueller Krimis, historischer Romane und moderner Literatur einrichten“, freute sich die Vorsitzende des Sozialausschusses. Ab sofort besteht die Möglichkeit, während der Öffnungszeiten der Bürgerstuben (Dienstag bis Sonnabend, 17 bis 22 Uhr, und Sonntag, 10 bis 20 Uhr), Bücher gegen einen kleinen Obolus oder im Tausch auszuleihen. Ihr Angebot versteht die Gemeinde ausdrücklich nicht als Konkurrenz zum Bücherbus der Stadtbücherei.

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erstellt am 18.Feb.2017 | 09:00 Uhr

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