zur Navigation springen

Stadtgeschichte : Ein Eckhaus im Wandel der Jahre

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Gebäude Bismarckstraße/Kieler Straße war früher Sitz der Fleischerei Valentiner. Ladengeschäft steht seit Jahren leer

von
erstellt am 03.Mär.2015 | 12:30 Uhr

Neumünster | Die Glastür am Eckhaus Bismarckstraße/Kieler Straße ziert eine Raute mit dem Fleischer-Emblem und dem Namen H.C. Valentiner. Doch der leere Tresen verrät: Hier wird schon lange nicht mehr geschlachtet, und es werden auch keine Wurstwaren mehr verkauft. Fleischermeister Hans Valentiner (82) hat für den Courier in seinem Familienarchiv gestöbert und dabei zwei historische Aufnahmen zu Tage gefördert.

Die erste ist eine Postkarte und stammt vermutlich noch aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Das 1900 im wilhelminischen Stil erbaute Haus war zunächst ein Ausspann für Fuhrwerke an der wichtigen Chaussee von Altona nach Kiel. Im Zweiten Weltkrieg erhielt das Gebäude einen Bombenvolltreffer und wurde im Innern fast völlig zerstört. Der Angriff galt dem nahen Ausbesserungswerk der Bahn. Beim Wiederaufbau wurde dann auf das schmucke Türmchen verzichtet. Die Fassade ließ Fleischermeister Hans Valentiner neu verkleiden.

1959 übernahm er die vormalige Schlachterei Hans Kröger. „Ich wurde damals als 72. Mitglied der Innung aufgenommen. Heute sind es noch sieben Innungsbetriebe“, sagt Valentiner, aber eine eigene Fleischer-Innung Neumünster gebe es auch nicht mehr. Anfang 2007 wurde sie aufgelöst, als Neumünster mit Ostholstein und Plön zur neuen Fleischer-Innung Holstein-Nord verschmolz. Letzter Neumünsteraner Innungsobermeister war Frank Heeschen, der bis heute mit Uwe Viemann, Dieter Hölck, Martin Behnke, Wolfgang Behnke, Hans Brinkop und Sascha Reiß Neumünsters Fahne in der Fleischer-Innung hochhält.

„Wir haben von Anfang an selbst geschlachtet und die Schweine und Rinder von den Bauern aus der Umgebung geholt. Morgens um 5 Uhr ging es auf Einkaufstour“, erinnert sich Hans Valentiner an goldene Handwerksjahre. Das ist längst Geschichte. 1995 gab er sein Geschäft ab, verpachtete zunächst an seinen früheren Mitarbeiter Rüdiger Henner. Der führte das Geschäft bis Ende 2003. Danach gab es kurzlebige Versuche, erneut ein Fleischereifachgeschäft zu etablieren. Das seit Jahren schon leer stehende Ladengeschäft ist zu vermieten.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen