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Holstenhallen : Ein echter Holsteiner wurde Sieger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Caracho von Züchter Jens Ritters aus Krumstedt (Dithmarschen) überzeugte vor allem im Freispringen. Es gab Diskussionen über die Vorauswahl.

Neumünster | Spannung bis zum letzten Augenblick herrschte am Sonnabend bei der 44. Holsteiner Herbstauktion in der vollbesetzten Holstenhalle. Welcher der nach der Vorauswahl am Freitag noch in der Auswahl verbliebenen 40 Holsteiner Junghengste würde wohl in diesem Jahr das Rennen machen?

Aus der Gruppe der letzten sechs Anwärter ernannte die Kör-Kommission am Ende einen echten Holsteiner zum Siegerhengst. Caracho von Cassilano aus einer Quick Star / Nienburg III Mutter (Stella IV) überzeugte die Richter dabei insbesondere im Freispringen. Und Jens Ritters aus Krumstedt (Kreis Dithmarschen) als Züchter und Besitzer des Hengstes freute sich, nach seinem Sieg mit Cassilano in 2009 nun bereits ein zweites Mal über seinen züchterischen Erfolg.

Strahlend drehte Ritters im wahrsten Sinne des Wortes mit Caracho viele Ehrenrunden, die vom Publikum mit begeistertem Applaus begleitet wurden. In die anschließende Auktion ging der Siegerhengst allerdings nicht, denn für ihn hatte sich der Holsteiner Verband bereits im Voraus das Vorkaufsrecht gesichert.

Zum ersten Reservesieger ernannte die Kommission Lorentins Best (von Lorentin I) aus der Zucht und dem Besitz von Pia Grün aus Neu-Isenburg. Auch dieser Hengst stand nicht zum Verkauf. Der Titel des zweiten Reservesiegers wurde an Ikarus (von Ibisco xx) aus der Zucht von Elke Pahl aus Alt Duvenstedt verliehen. Er wurde für 45 000 Euro an einen deutschen Bieter verkauft. Für die beiden Neumünsteraner Anwärter Clarissimo (von Clarimo) aus dem Stall von Hans-Jürgen Pöhls und den Tasdorfer Hengst Claudillo (von Cachas) von Harm Sievers reichte es unter den 61 angetretenen Junghengsten nicht zur Auszeichnung „gekört“.

Für Diskussionen wird wohl weiterhin die erste Vorauswahl am Freitag sorgen, bei der bereits 21 Hengste ausgemustert wurden. Dieses Procedere wurde unter den Züchtern sehr unterschiedlich bewertet. „Ich halte es für eine Verbesserung, aber wir werden sehen, wie es sich auf den Preis auswirkt. Dann können wir es unter Umständen auch wieder rückgängig machen“, sagte der Verbandszuchtleiter Dr. Thomas Nissen am Ende der Veranstaltung. Positiv bewertete Nissen auch die Vorstellung von fünf dressurbetonten Hengsten. „Der große Gang der Holsteiner ist nicht aus der Mode gekommen. Wir besetzen mit diesem Nachwuchs eine interessante Nische“, erklärte er.

Zu den Höhepunkten der Hengst-Auktion gehörte auch der erstmals angebotene Holsteiner Abend am Freitag. Die abgespeckte Version des vormaligen Galaabends wartet hier unter anderem mit einer Prüfung erfolgreicher junger Reiter sowie einer spektakulären Zweispänner-Quadrille auf, die von den Besuchern mit jubelndem Beifall belohnt wurden.

In einer geradezu ergreifenden Atmosphäre wurde hier auch die Ausnahmestute Corradina (von Corrado I) in ihren verdienten Ruhestand verabschiedet. Und so mancher unter den Zuschauern hatte dabei wohl auch eine kleine Träne im Auge. Denn die 16-jährige Stute trug in den vergangenen Jahren mit ihrem Reiter Carsten-Otto Nagel maßgeblich zum guten Ruf der Holsteiner im internationalen Springsport bei. Auf dem Züchterball war die Stimmung dann aber schon wieder ausgelassen.

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erstellt am 03.Nov.2014 | 05:30 Uhr

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