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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 00:25 Uhr

Ehndorf : Ein Dorf im Kulturfieber

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

150 Besucher begeisterten sich für die beiden musischen Abende.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2015 | 17:00 Uhr

Ehndorf | Kaum noch Kühe, dafür jede Menge Kleinkunst. Ehndorf zählt 630 Einwohner. Knapp 50 von ihnen standen am Mittwoch- und Donnerstagabend auf der Bühne im Gemeindehaus, gaben Lieder, Gedichte und Sketche zum Besten und insgesamt 150 neugierige Dorfbewohner und befreundete Gäste wohnten den Darbietungen bei.

Kulturell hat Ehndorf einiges zu bieten. Und das nicht erst seit vorgestern. Bereits zum vierten Mal versammelte Ortwin Kaschner, vielen auch bekannt als Initiator von „Neumünster singt und spielt“, kreative Ehndorfer, die ihre musische Seite öffentlich präsentierten. Wortakrobaten wie Jochen Korte erzählten in selbstgeschriebenen Gedichten vom Einfluss des Mobiltelefons auf die Gesellschaft. Darstellungskünstler wie Klaus Westermann schlüpften in die Rolle eines Transvestiten, um dem Publikum Erich Kästners Einstellung zum weiblichen Geschlecht näher zu bringen oder Mädchen, wie Ismu Bartels und Nele Rahn, trugen ernste und amüsante Gedichte vor. Bereits nach einer halben Stunde war klar, ein musischer Abend in Ehndorf ist so bunt wie die Dorfbewohner selbst.

Fernsehkrimis, die die Landbevölkerung als dumm und dösig darstellen, belehren Ehndorfer eines Besseren. Im kleinen Ort am Aalbek greift ein Polizist gerne mal zur Gitarre und entpuppt sich bereits nach wenigen Tönen als Barde mit ausgefeilten Texten. Als begnadete Laienschauspieler machten Jan Auen und Annett Schnoor mit ihrem plattdeutschen Sketch Ohnsorg-Akteuren Konkurrenz, und Mutter und Tochter Lohff repräsentierten mit Cello und Klavier die klassische Seite. Schauspielerisches Talent bewies Inga Letmade als zweideutig witzelnde Masseuse – sehr zur Freude des Publikums – und auch die weit über Neumünsters Grenzen hinaus bekannte Sängerin Christina Heeschen genoss den tosenden Applaus im kleinen Gemeindehaus ihres Geburtsortes. Gleiches galt für das Ehndorfer Sängerquartett, das trotz des hohen Alters manchen Sängers noch jeden Ton mit „Juppheidi“ traf.

„Mich begeistert die Vielfalt des Programms und vor allem der Chor“, schwärmte Johannes Nicolaysen bereits zur Pause. Als Mitglied des Leitungsteams von „Neumünster singt und spielt“ weiß er, was es bedeutet, Menschen, die normalerweise nicht im Rampenlicht stehen, von einem öffentlichen Auftritt zu überzeugen. „Ortwin Kaschner und Chorleiterin Hanne Jensen haben da wirklich ganz tolle Arbeit geleistet“, meinte Nicolaysen. 

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