Großflecken : Ein Boulevard bis zum Rathaus

Autoschlangen ohne Ende: Ohne Reduzierung des Durchgangsverkehrs hat der Großflecken wenig Zukunftschancen, glaubt Ex-Bürgermeister Thomas Michaelis (CDU).
Autoschlangen ohne Ende: Ohne Reduzierung des Durchgangsverkehrs hat der Großflecken wenig Zukunftschancen, glaubt Ex-Bürgermeister Thomas Michaelis (CDU).

Ex-Bürgemeister Thomas Michaelis (CDU): Weniger Verkehr im Zentrum ist unabdingbar. Ex Bürgemeister widerspricht der AFD-Forderung

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21. März 2014, 11:15 Uhr

Neumünster | Gut acht Wochen vor dem Bürgerentscheid nimmt der Streit um die Sperrung des Großfleckens offenbar wieder Fahrt auf: Hatte die Alternative für Deutschland (AFD) am Mittwoch im Courier noch die Sperrung rundweg abgelehnt, um den „Tod der Innenstadt“ abzuwenden, wies Ex-Bürgermeister Thomas Michaelis (CDU) diese Forderung gestern schlicht als „Quatsch“ zurück.

Schon jetzt, aber erst recht in der Zukunft, werde der Umsatz in der City mit Fußgängern gemacht und eher nicht mit durchfahrenden Autofahrern, unterstreicht Michaelis in seiner Reaktion auf die AFD-Forderung. „Ich empfehle den Besuch anderer Städte, in denen auf Jahrhunderte alte Wegen mitten durch die Stadt verzichtet wurde und die heute eine attraktive Innenstadt haben“, sagte Michaelis.

Der Ex-Bürgermeister, der seine Partei auch im städtischen Bauausschuss vertritt, erinnerte an die Verpflichtung der Stadt, den Verkehr auf dem Großflecken zu drosseln. Die Reduzierung sei Bestandteil des Verkehrskonzepts im Zusammenhang mit dem Neubau der Holsten-Galerie. Auch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die Genehmigung der Holsten-Galerie eine deutlich verbesserte Verkehrslenkung zur Bedingung mache. Michaelis appelliert daher an die Geschäftswelt, sich unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids auf eine veränderte Situation einzustellen: „Einzelhändler, deren Geschäftsmodell allein auf dem Durchgangsverkehr beruht, haben auf dem Großflecken künftig wenig Chancen“, warnt der ehemalige Stadtkämmerer.

Die Stadt brauche dringend ein völlig neues Innenstadtkonzept, das vor allem im nördlichen Bereich des Großfleckens auf dem Konzept von Erlebniseinkauf und fließenden Fußgänger-Strömen beruhe, sagte Michalis. Er fordert einen „attraktiven Fußgänger-Boulevard“ vom Gänsemarkt zum Großflecken und möglichst bis hin zum Rathaus, um die Impulse aus der Holsten-Galerie für die ganze Innenstadt nutzbar zu machen. Dieses Ziel sei mit langen, abgasstinkenden Autoschlangen aber nicht vereinbar, sagte Michaelis. Es gehe also entweder nur ohne oder mit wenig Durchgangsverkehr, so der Ex-Bürgermeister.

Sollte es weiter Durchgangsverkehr über den Großflecken geben, müsse dieser deutlich temporeduziert sein, sagte der CDU-Mann. Thomas Michaelis wollte seine Stellungnahme gestern aber ausdrücklich nicht als offizielle CDU-Haltung verstanden wissen. Die CDU sei noch mitten in der Meinungsbildung.

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