Vicelinkirche : Ein bewegendes Neujahrskonzert

Der Bach-Chor und das Orchester harmonierten prächtig miteinander.
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Der Bach-Chor und das Orchester harmonierten prächtig miteinander.

Der Bach-Chor entließ nach dem Konzert mit Barockmusik mehr als 250 zufriedene Gäste nach Hause

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07. Januar 2014, 07:45 Uhr

Ein wunderbares und bewegendes Barockkonzert mit Werken von Heinrich Schütz (1585-1672), Michael Praetorius (1572-1621) und Samuel Scheidt (1587-1654) erlebten am Sonntag 250 zufriedene Gäste in der Vicelinkirche.

Es begann mit der vollständigen musikalischen Erzählung der Weihnachtsgeschichte „Historia der Freuden“, die Schütz im hohen Alter für den kurfürstlich-sächsischen Hof schrieb. Dabei forderte der äußert agile Kantor Dr. Karsten Lüdtke als Dirigent vom Bach-Chor präzise und stimmgewaltige Einsätze. Als Solisten glänzten Knut Schoch (Tenor), Haruka Koroyasu (Tenor), Christian Palberg (Bass) und Nadine Balbeisi (Sopran). Diese stimmlichen Glanzlichter waren eingebettet und begleitet von „Capella Vicelina“ aus Neumünster auf Instrumenten des Frühbarock. Die Musiker boten ein außerordentliches Erlebnis, bei dem die warmen, ganz unverwechselbaren Töne der historischen Instrumente bestachen. Sie wurden unterstützt von ausgewiesenen Spezialisten aus ganz Deutschland.

Praetorius schuf eine enzyklopädische Sammlung an Kompositionen mit meist enormer Besetzungsbreite, die heute weitestgehend unbekannt sind. Mit „Das alte Jahr ist nun vergahn“ und „Meine Seel erhebt den Herren“ wählte Lüdtke Stücke des „prachtvollen deutschen Magnificats“ aus, wie er in seinem Begleittext schrieb. Auch hier kamen der Bach-Chor in verschiedenen Besetzungen sowie die Solisten Karolina Brachmann (Sopran), Birgit Glatz (Echosopran), Christine Wehler (Alt) und Jan Schulenberg (Bass) zum Einsatz. Begleitet von den barocken Instrumenten entstand ein klangreiches und faszinierendes Ganzes, das den gesamten Kirchenraum ausfüllte.

Neben Schütz und Praetorius waren noch „Sonata prima à 2“ von Johann Rosenmüller (1619-1684) und „Canzona à 5 super Cantionem Gallicam“ von Samuel Scheidt zu hören. Mit lang anhaltendem Beifall dankten die Besucher für dieses besondere Neujahrskonzert. Die Zuhörerin Anke Hamann brachte es anschließend auf den Punkt: „Es ist großartig, so etwas in Neumünster zu erleben.“

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