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Musikalisches Erlebnis : Ein besonderes, mitreißendes Konzert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

100 Jazzfans kamen ins Alten Stahlwerk und hörten dort Elisabeth Lohninger mit dem mit dem Phishbacher-Trio.

Neumünster | Es war ein musikalisches Erlebnis der besonderen, mitreißenden Art, das die etwa 100 Jazzfans am Freitag im Alten Stahlwerk erlebten. Was Walter Phishbacher (Piano), Goran Vujic (Bass) und Uli Stricker (Drums), zusammen das „New York Electric Trio“, an spektakulärem und experimentierfreudigem Jazz bieten, war den Neumünsteranern aus zwei Auftritten in 2012 bekannt. Doch nun haben sie sich mit Elisabeth Lohninger als Komponistin, Texterin und Interpretin neu erfunden.

Entstanden ist eine verzaubernde musikalische Paarung von klassischem und modernem Jazz, mit Elementen, die von einer kraftvollen Altstimme poetisch glanzvoll umgesetzt wurden. Elisabeth Lohninger lässt die Zuhörer an ihren Lebenserfahrungen musikalisch teilhaben, zieht sie in ein Gravitationsfeld von emotionaler Tiefe und Vielfalt. Dabei nehmen sich die drei Herren wohltuend zurück, können sich aber bei ihren Soli in voller Akustik und Präsenz ausleben. Oft weiß man nicht, ob Uli Stricker (super!) die anderen drei antreibt, oder ob die Sängerin sie mit ihrer lyrischen und romantischen Stimme zurückhält. Gleichwie, es war perfekt.

Als Elisabeth Lohninger beispielsweise über die Höhen und Tiefen einer Langzeitbeziehung sang, konnte der Zuhörer einen frischen Wind von Phishbacher am Piano, zugleich auch harte Trommelschläge von Stricker hören, die sie groovend einfingen. Überzeugend waren auch die mehrfach zelebrierten Oktaven-Sprünge der Sängerin. Als sie bei ihrem „Antikriegslied“, frei übersetzt „Karussell“, das „immer wieder, immer wieder“ hallen ließ, lief es manchem schon kalt den Rücken runter.

Natürlich war im Konzert auch ein Blues dabei, das „muss sein bei einem Jazzkonzert“, wie die Sängerin verriert. Mit viel Spaß und Augenzwinkern rockten die Musiker und die Sängerin vor der Pause noch ein österreichisches Volkslied, und im Kontrast dazu gab es noch ein Liebeslied von der einsamen Insel.

Die Stimmung war prächtig. Total begeistert meinte Katja Ahorn schon zur Pause: „Das ist wie viele Torten gleichzeitig essen. Das ist ein musikalisches Sahnebad.“ So empfanden wohl die meisten Jazzfans, denn sie forderten am Schluss mit rhythmischem Klatschen mehrere Zugaben. Die Lohninger und Band verabschiedeten sich mit spanisch-mexikanischen Klängen, bei denen sie das Publikum einbezogen.

Der Jazzclub als Veranstalter hat hier erneut ein besonderes Händchen für spektakuläre und faszinierende Bands bewiesen.

 

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