Neumünster : Ein anderer Blick auf die USA

Die beiden Schülervertreter der Theodor-Litt-Schule Felix Bockmann (links) und Ray-Kevin Finger informieren sich über Menschenrechte in den USA.
Die beiden Schülervertreter der Theodor-Litt-Schule Felix Bockmann (links) und Ray-Kevin Finger informieren sich über Menschenrechte in den USA.

Felix Bockmann und Ray-Kevin Finger von der Theodor-Litt-Schule nehmen an der Sommerakademie für Menschenrechte teil.

von
23. Juli 2018, 12:00 Uhr

Neumünster | Nach rund neun Stunden Flug in die USA warten nun viele neue Eindrücke und etliche Stationen der politischen Bildung auf Felix Bockmann und Ray-Kevin Finger. Die beiden Berufsgymnasiasten der Theodor-Litt-Schule sind zwei von insgesamt vier jungen Schleswig-Holsteinern, die an der Sommerakademie für Menschenrechte des Deutsch-Amerikanischen Instituts Tübingen teilnehmen.

Das Programm richtet sich an politisch aktive Jugendliche aus Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Es bietet ihnen Einblicke in die politischen Systeme Deutschlands und der USA und soll den transatlantischen Austausch verstärken.

„Wir wurden – wie alle Schülervertreter in Neumünster – im Februar von der Stadt angeschrieben, ob wir an dem Programm teilnehmen möchten“, erklärte Felix Bockmann. Eigentlich richte sich das Programm an die Mitglieder der Jugendgemeinderäte im Land. „Da die Resonanz nicht ausgereicht hatte, bekamen wir als Schülervertreter diese Chance“, sagt der 18-Jährige. Neben den beiden Litt-Schülern sind auch zwei Schüler aus Büchen und Niebüll dabei.

Der Bordesholmer Felix Bockmann und sein Wahlstedter Mitschüler mussten sich für die Teilnahme bewerben und Fragen zum Thema Menschenrechte beantworten. „In der Schule hatten wird das Thema zuvor nicht behandelt und unser Wissen darüber ging nicht übers Allgemeinwissen hinaus“, so Bockmann. Für ihn sei das Thema Gleichbehandlung vor der Justiz ein zentrales Menschenrecht, das ihm am Herzen liegt. Für Ray-Kevin Finger ist besonders wichtig, dass die Menschen nicht nur Grundrechte, sondern auch Pflichten gegenüber der Gemeinschaft haben. „Das Besondere an unserer Bewerbung ist, dass wir uns gemeinsam beworben haben und das Glück hatten, dass wir beide ausgewählt wurden“, sagt Finger.

Sie setzen sich aber nicht nur in der Schule für die Belange der Berufsschüler, Gymnasiasten und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache (Daz) ein, sondern engagieren sich auch ehrenamtlich für Flüchtlinge. „Wir haben großes Interesse an Politik“, sagt Bockmann, der auch schon als Wahlhelfer mitangepackt hat.

Um das Thema Flüchtlinge und Integration ging es schwerpunktmäßig beim Besuch von zwölf Schülern aus den USA, die im Mai für zwei Wochen in Deutschland zu Gast waren, um das politische System Deutschlands und die Kultur kennenzulernen. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch des Kieler Landtages, des US-Konsulats in Hamburg und des Bundestags in Berlin. „Wenn hier von Überfremdung gesprochen wird, ist das nichts im Vergleich zu den USA“, erklärte Ray-Kevin Finger. In Gesprächen mit den Gastschülern haben die beiden erfahren, dass der Spalt in der amerikanischen Gesellschaft nicht nur zwischen Schwarz und Weiß groß ist, sondern auch zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Donald Trump.

Am Sonnabend ging es für die beiden 18-Jährigen zum zweiwöchigen Gegenbesuch nach Birmingham (Alabama) und New York. Dort werden unter anderem die Uno und Ground Zero besucht. „Für uns hat sich die Teilnahme schon jetzt gelohnt, es sind Freundschaften entstanden und man bekommt einen ganz anderen Blick auf die amerikanische Kultur und Politik“, so Felix Bockmann vorm Abflug.

Die Akademie hat die beiden Litt-Schüler angespornt, nach der Rückkehr selbst eine Podiumsdiskussion zum Thema politische Teilhabe von Jugendlichen an ihrer Schule auszurichten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen