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„Weihnachtsoratorium“ : Ein Abend der musikalischen Extraklasse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Bach-Chor, das Concerto Lübeck und vier Solisten präsentierten Bachs „Weihnachtsoratorium“ vor 370 Gästen in der Vicelinkirche.

Neumünster | Bevor es losging, hatte Pastor Gerson Seiß noch einen Tipp parat: „Das Außen abschalten und sich in der Musik finden“, empfahl er den Besuchern am Sonntagabend in der Vicelinkirche. 370 Gäste hatten das gesamte Kirchenschiff und große Teile der Emporen gefüllt, um göttlicher Musik von Johann Sebastian Bach zu lauschen.

Passend zur Adventszeit hatte Kantor Dr. Karsten Lüdtke Bachs berühmtes „Weihnachtsoratorium“ – genauer gesagt, die ersten drei der insgesamt sechs Kantaten – aufs Programm gesetzt. Wie bereits vor zwei Jahren war es Lüdtke gelungen, das auf Barockinstrumenten spielende Ensemble Concerto Lübeck unter der Leitung von Konzertmeisterin Anna Melkonyan zu engagieren. Mit großer Spielfreude, der Musik angemessen vibratoarm und artikuliert, zeigten Streicher wie Bläser ihr meisterhaftes Können auf den alten Instrumenten.

Der bestens aufgelegte Bach-Chor und die vier überzeugenden Solisten konnten sich jederzeit auf die souveränen Musiker verlassen. Besonders schön gelang die Arie „Frohe Hirten“, bei der Markus Francke, begleitet von einfühlsamen Holzbläsern, Tenorkoloraturen von unglaublicher Leichtigkeit sang. Als Evangelist unterstrich Tenor Francke sein Ausnahmetalent. „Und also bald war da bei dem Engel“ füllte er derart mit Energie, dass der Bachchor im folgenden „Ehre sei Gott“ die Engel nur so jubeln ließ. Chorleiter Karsten Lüdtke war sichtlich erfreut. Mit exakten Einsätzen und mit großem Engagement dirigierte er seinen Laienchor durch das Weihnachtsoratorium, das selbst Profichören viel Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangt.

Den Solisten überließ Gastgeber Lüdtke gerne die Bühne. Sopranistin Olivia Stahn überzeugte mit schlanker Stimme mit dem Bassisten Christian Palm. Ihr wunderschönes Duett „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“ unterstrich Bachs Sinn für das Dramatische. Einen weiteren Höhepunkt setzten Christine Wehler und Anna Melkonyan. In der Arie „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder“ verschmolz die Altstimme der Kölnerin mit den Violinklängen der Lübecker Konzertmeisterin.

„Ich freue mich“, hatte Chormitglied Astrid Möbius vor dem Konzert gesagt. „Das Weihnachtsoratorium ist etwas ganz Besonderes“. Sie sollte Recht behalten. Die begeisterten Besucher sahen es genauso und applaudierten den Musikern und Sängern minutenlang.

Die Kantaten IV bis VI werden am 1. Januar um 18 Uhr in der Vicelinkirche aufgeführt. Karten (12 bis 25 Euro) sind bei Auch & Kneidl und über den Bach-Chor erhältlich. Restkarten gibt es ab 17 Uhr an der Abendkasse.

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erstellt am 13.Dez.2016 | 09:00 Uhr

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