Aktion „stromabwärts“ : Ehepaar will 38 Prozent Strom sparen

Ob Föhn, Wasserkocher oder Fernseher: Ursula und Peter Brandenburg aus Gadeland drücken jetzt öfter den Aus-Schalter an der Steckdose, um Energie zu sparen.
Ob Föhn, Wasserkocher oder Fernseher: Ursula und Peter Brandenburg aus Gadeland drücken jetzt öfter den Aus-Schalter an der Steckdose, um Energie zu sparen.

Ehrgeiziges Ziel: Das Ehepaar Brandenburg will seine 3720 Kilowattstunden aus 2013 auf gut 2300 reduzieren.

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18. März 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | Die Grafik über den durchschnittlichen Stromverbrauch in der Werbebroschüre der Stadtwerke ist Peter Brandenburg schon länger ein Dorn im Auge. „Da wird einfach eine Kilowatt-Zahl genannt, die ein Zwei-, Drei- oder Vier-Personen-Haushalt im Durchschnitt verbrauchen soll. Aber bei uns hat das noch nie geklappt. Wir hatten immer mehr“, sagt der 72-jährige Rentner. Nun will er gemeinsam mit seiner Ehefrau Ursula (65) beim Stromverbrauch endlich da hinkommen, wo die Statistik ihn sieht – und möglichst noch darunter.

Das Ehepaar aus Gadeland gehört zu den 2032 Schleswig-Holsteinern, die an der Aktion „stromabwärts“ der Verbraucherzentralen und des Schleswig-Holstein Energieeffizienz-Zentrums (SHeff-Z) teilnehmen. Mindestens zehn Prozent Strom sollen die Haushalte innerhalb eines Jahres einsparen. Die Brandenburgs haben sich mit rund 38 Prozent noch ein viel ehrgeizigeres Ziel gesetzt. Ihre 3720 Kilowattstunden aus 2013 wollen sie auf gut 2300 reduzieren.

Dabei spielt neben dem Umweltaspekt natürlich das Geld eine wichtige Rolle. Die Rente des Ehepaars ist nicht üppig. Peter Brandenburg arbeitete früher als Büroausstatter, seine Frau war kaufmännische Angestellte. „Wir haben unser Auskommen, aber der Abschlag für Strom ist jeden Monat ein gravierender Posten“, sagt Peter Brandenburg. Der Auszug der beiden erwachsenen Kinder aus dem schmucken Einfamilienhaus machte sich vor einigen Jahren zwar bereits bemerkbar, doch auch die jetzt noch genutzten 120 Quadratmeter Wohnfläche wollen beheizt, beleuchtet und belebt werden.

Dabei ist das Paar bereits erste Schritte zum Energiesparen gegangen. Überall leuchten Sparlampen, der Induktionsherd in der Küche ist ebenso neu wie die Wärmepumpe der Heizung. Der zweite Kühlschrank im Keller wird nur noch bei Festen eingeschaltet und auf das Plätschern des künstlichen Wasserlaufes zum Teich wird in diesem Sommer verzichtet. „Die Filter- und Teichpumpen verschlingen viel Strom“, sagt Peter Brandenburg, der mit einem Strommesser sämtliche Haushaltsgeräte auf ihren Verbrauch geprüft hat.

Alle zwei Tage trägt er nun im Internet seinen aktuellen Zählerstand auf der Seite der Aktion „stromabwärts“ ein. Das Computerprogramm errechnet ihm dann seinen aktuellen Einsparerfolg. „Bisher liegen wir ganz gut, aber die Gartengeräte-Saison kommt ja erst noch.“

Der Courier wird die Brandenburgs beim Stromsparen begleiten und sie in unregelmäßigen Abständen besuchen.

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