Eekholt verlor seinen Visionär

Hans-Heinrich Hatlapa in seinem Element:  Der Naturfreund baute den stattlichen Park auf und kümmerte sich auch liebevoll um die Tiere. Foto: Eekholt
Hans-Heinrich Hatlapa in seinem Element: Der Naturfreund baute den stattlichen Park auf und kümmerte sich auch liebevoll um die Tiere. Foto: Eekholt

Der Wildparkbegründer Dr. h.c. Hans-Heinrich Hatlapa starb im Alter von 88 Jahren.

shz.de von
06. März 2009, 04:59 Uhr

Großenaspe | Dr. h.c. Hans-Heinrich Max Hatlapa war ein Visionär und seiner Zeit in Sachen Umweltpädagogik weit voraus. Vorgestern starb der Eekholt-Begründer "am frühlingshaften Vormittag im Alter von fast 89 Jahren friedlich zu Hause inmitten seines Lebenswerkes in Eekholt ein", wie der Wildpark mitteilte.

Hans-Heinrich Hatlapa wurde am 27. Mai 1920 in Uetersen geboren und verlebte dort seine Kindheit und legte das Abitur ab. Ihm war vom Vater die Liebe zur Natur und zur Jagd in die Wiege gelegt worden. Nach schweren Kriegsjahren begann er mit dem Wiederaufbau der Hatlapa Uetersener Maschinenfabrik (Schiffsausrüster), deren Geschäftsführer und Mitinhaber er über 30 Jahre war.

1948 - auf der Suche nach einem Jagdrevier - kam der junge Hans-Heinrich Hatlapa eher zufällig nach Großenaspe. Er pachtete die Weider Jagd und am Baas in Großenaspe eine kleine Holzbude als Jagdhaus. "Von hier war der Sprung in die Abgelegenheit von Eekholt mit uraltem Erdpelz und einer unvergleichlich schönen Landschaft nicht mehr weit", hatte Hatlapa einmal über seine ersten Schritte in Großenaspe gesagt. Der Segeberger Forst gefiel ihm so gut, dass er 1953 zugriff, als ein kleiner, in die Jahre gekommener Hof mit 19 Hektar Land zum Verkauf stand.

Zwischenzeitlich hatte Hatlapa die Hauwirtschaftslehrerin Theda Gräfin Finck zu Finckenstein kennen gelernt. Am am 7. Mai 1954 heiratete das Paar, das eine Tochter und drei Söhne hat. Noch wohnte das Ehepaar in Uetersen, 1961 zog man dann nach Eekholt. Hier hatte Hatlapa bereits begonnen, den Forstbetrieb kontinuierlich auszubauen. Rotwild wurde gezüchtet und erforscht.

Das bescheidene Anwesen war bald ein Treffpunkt von Wissenschaftlern und Professoren, ein Mittelpunkt der Wildbiologie. Zahlreiche Versuche mit Rotwild wurden unternommen. Dabei entwickelte Hans-Heinrich Hatlapa auch ein Narkosegewehr und Medikamente, um auf Distanz schonend Tiere einzufangen. Es war bald weltweit so gefragt, dass die Herstellung in Lizenz vergeben werden musste und hat die Wildtierpflege revolutioniert. Nebenbei kamen immer mehr Besucher nach Eekholt, 1970 wurde der Park offiziell eröffnet.

Als noch niemand das Wort Umweltpädagogik gehört hatte, setzte Hans-Heinrich Hatlapa die dahinter stehende Idee bereits 1970 um. "Wir müssen der Entfremdung des Menschen von der Natur entgegen wirken", sagte er einmal. Eine enge Freundschaft und die Naturliebe verband Hans-Heinrich Hatlapa mit dem 2006 verstorbenen Heinz Sielmann und seiner Frau Inge. Immer wieder war der berühmte Tierfilmer Sielmann in Eekholt zu Gast. Bis zuletzt hat Hatlapa mit seinen visionären Gedanken die Entwicklung des Wildparks geprägt.

Zahlreiche Auszeichnungen erhielt Hatlapa für sein Lebenswerk, 1986 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1989 die Ehrendoktorwürde der Pädagogischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 1997 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 2005 die Ehrenbürgerwürde Großenaspes und 2006 die Lornsenkette des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, 2007 gemeinsam mit seiner Frau als einzige Nicht-Mitglieder das Löwen-Herz des Lions-Clubs Bad Bramstedt.

Hatlapa hinterlässt seine Frau Theda, vier Kinder, Enkel und Urenkel, wobei Enkelin Isabelle Mahnert den Wildpark einmal übernehmen wird. Die Trauerfeier findet am kommenden Sonnabend, 14. März, ab 11 Uhr in der Katharinenkirche zu Großenaspe statt.

"Es begann ganz leise, denn das Eigentliche ist unsichtbar", stellte Hans-Hinrich Hatlapa zum 35-jährigen Bestehen des Wildparks im Jahre 2005 fest. Jetzt ging der Wildparkgründer selbst ganz leise. Sein Werk und was ihm wichtig war werden bleiben.

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