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Mühlenstrasse : Edeka in Wittorf wird vorerst nicht erweitert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Betreiber wechselt im Januar. Es gibt Ärger um die Zufahrt Burgstraße.

Neumünster | Der Edeka-Markt Grätsch an der Mühlenstraße in Wittorf bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Geschäftsführer und soll in absehbarer Zeit nicht vergrößert werden. Edeka habe schon vor etwa einem Jahr entsprechende Pläne verworfen, teilte Immobilienbesitzer Wolfhard Grätsch jetzt auf Courier-Nachfrage mit. Erst im September hatte der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss die Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich Mühlenstraße / Burggartenstraße auf den Weg gebracht, um, so die Begründung, „die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Erweiterung des bestehenden Lebensmittelmarktes zu schaffen“.

Überrascht reagierte gestern Ute Spieler, Leiterin der Stadtplanung. Sie betonte, Ziel der Änderung des Flächennutzungsplanes sei es, das funktionierende Nahversorgungszentrum im Stadtteil zu stärken. „So etwas gibt es in Neumünster leider nicht so oft.“ Die Verwaltung prüfe nun ohnehin den gesamten Vorgang. Denn: Die öffentliche Auslegung ist seit Ende Oktober abgeschlossen.

Eine, die gegen die Pläne Einspruch erhoben und sich einen Anwalt genommen hat, ist Anwohnerin Silke Lehmann. Sie befürchtet nicht nur einen Wertverlust ihres Grundstücks an der Burgstraße, wenn aus dem bisherigen allgemeinen Wohngebiet ein Mischgebiet wird, das auch Gewerbe erlaubt. Bauchschmerzen bereiten ihr auch die Lärm-Immissionen und zunehmender Verkehr. Besonders stößt ihr eine in den Unterlagen beschriebene Lkw-Ausfahrt vom Nachbargrundstück auf die Burgstraße auf. „Schon jetzt werden die vereinbarten Anliefer-Zeiten nicht eingehalten. Wenn hier zusätzlich Laster fahren, ist das auch eine Gefahr für die Kinder, die zur Schule gehen oder mit dem Rad fahren.“ Ihr Anwalt geht noch einen Schritt weiter. Er erklärt, dass die Stadt bei der Genehmigung der Marktvergrößerung gegen ihr eigenes Einzelhandels- und Zentrenkonzept verstößt. Die Bauleitplanung nur auf Wunsch eines Anliegers zu ändern, sei zudem nicht rechtmäßig.

Für Stadtteilvorsteherin Sabine Krebs ergeben sich nun andere Voraussetzungen. Die bisherigen Beschlüsse des Gremiums für eine Flächennutzungsplan-Änderung fußten auf dem Wunsch von Edeka Grätsch für eine Vergrößerung. „Nun müssen wir neu diskutieren, ob wir das wirklich wollen.“

Wolfhard Grätsch erklärte gestern, ihm liege viel daran, die Flächennutzungsänderung auch ohne aktuelle Erweiterungspläne durchzubringen. „Wer weiß schließlich, was in acht oder zehn Jahren ist?“ Letztlich entscheiden muss die Ratsversammlung. Nach Auskunft von Ute Spieler geschieht das aber nicht vor Anfang kommenden Jahres.

 

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erstellt am 06.Nov.2015 | 06:45 Uhr

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