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Neumünster : ECE-Holsten-Galerie: Neue Mieter sorgen für Extra-Einsätze

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Holsten-Galerie ist im Zeitplan. Bis zu 800 Menschen arbeiten auf der größten Baustelle der Innenstadt. Ein Blick hinter die Kulissen.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2015 | 14:00 Uhr

Neumünster | Maschinen kreischen, Gabelstapler geben Warnsignale von sich, es kracht und dröhnt: In der zukünftigen Holsten-Galerie ist ordentlich was los. Hinter den Fassaden geht es auf der größten Baustelle der Innenstadt mächtig voran. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Projektmanager Eberhardt Sturm. Namen darf er zwar nicht nennen, aber es gibt neue Mieter: „Der Markt ist in Bewegung. Wir gehen stramm auf 80 Prozent Auslastung zu.“

Die Holsten-Galerie soll im Herbst 2015 eröffnen. Für den Neubau wurde das Sager-Viertel komplett abgerissen. Es wird das größte Einkaufszentrum der Stadt.

Gewerke von A wie Abbruch bis Z wie Zimmererarbeiten sorgen dafür, dass alles so entsteht wie geplant. „Am Ende haben wir etwa 80 bis 100 Werksverträge; in Spitzenzeiten sind zwischen 600 und 800 Menschen dort tätig“, schätzt Sturm. Das Großprojekt ist mit einer Menge Daten verbunden. Im Schrank des Projektmanagers türmen sich die Ordner: „Das ist nur ein Teil. Dokumentieren müssen wir die Originale wie Baugenehmigungen, Prüffreigaben für Statik, Verträge oder gesetzlich vorgeschriebene Papiere. Das Meiste wird aber papierlos gespeichert“, sagt Sturm.

Die äußere Hülle ist weit fortgeschritten. Die endgültige Optik ist bei der katholischen Kirche sichtbar: Dort werden die „Wiesmoor“-Klinker in Erdbunt gemauert. Bis Ende des Monats sollen die Glasdächer fertig sein, die Abdichtungsarbeiten auf dem Parkdeck laufen termingerecht – abgesehen von Wünschen der Mieter. „Wenn Kleinkältegeräte positioniert werden sollen oder anderes, müssen wir darauf reagieren“, sagt Sturm. Böse Überraschungen gab es bisher nicht, aber ganz reibungslos geht’s nicht immer. Am Anfang machte zu weicher Untergrund an der Teichseite nicht geplante Bodenbefestigungen nötig. „Die größte Überraschung sind aber die Mieter. Als der Rohbau fertig war, kam die Vermietung freudestrahlend mit einem neuen Mieter an. Da er aber im Erdgeschoss und im ersten Geschoss logiert, brauchte er eine Verbindung“, erklärt Sturm. Also mussten die Betonsäger die meterdicke Bodenplatte aufstemmen und die veränderte Statik korrigieren. Sturm: „Das war schon eine Störung größeren Ausmaßes.“

Im Inneren herrscht unsichtbar für Seh-Leute emsiges Treiben ohne sichtbare Hektik. Estrich wird als Untergrund auf dem Rohbeton aufgetragen, Trockenbauwände werden hochgezogen, Schlosser, Maler, Klempner, Sanitär- und Heizungsbauer werkeln nebeneinander. Weit fortgeschritten ist der Media-Markt-Bereich zum Bahnhof hin, auch der „Food-Court“, der Gastronomiebereich mit Blick auf Gänsemarkt und Teich, nimmt Formen an. Als Riesenteile ragen die in weiße Folie verpackten Rolltreppen hervor.

Auf der Baustelle herrscht babylonisches Sprachgewirr – Englisch, Türkisch, Polnisch, Russisch. Wer für welche Firma arbeitet, wird akribisch kontrolliert – sowohl am Eingangstor als auch per Papier durch Sozialversicherungsausweis und anderes. „Wir stehen für alles gerade, wer befugt oder qualifiziert ist oder dass der Mindestlohn gezahlt wird“, sagt Sturm. Ein guter Anteil der Aufträge ging an Unternehmen aus der Region, bei einigen Aufträgen passten die hiesigen Firmen. Es herrschen strenge Vorschriften – Sicherheitsschuhe, Helm, Warnwesten, Anseilen in den oberen Etagen. „Sicherheit ist das oberste Gebot, nichts ist schlimmer, als wenn jemand zu Schaden kommt“, so Sturm. Regelwerk sind die Unfallverhütungsvorschriften, die von der Baugenossenschaft kontrolliert werden. Der Sicherheits- und Gesundheitskoordinator Karsten Klinker von der Firma Ibag schult die Mitarbeiter der einzelnen Gewerke. „Toi, toi, toi, es gab noch keine schlimmen Unfälle, nur mal einen gequetschtern Finger oder eine Beule“, sagt Sturm.

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