zur Navigation springen

Altonaer Strasse : Durchbruch im Streit um die Lärmschutzwand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadt und Anlieger finden nach sieben Jahren offenbar eine Kompromissformel. Grundstückseigner treten Geländestreifen an die Stadt ab – damit sind sie auch die Pflegelasten los.

von
erstellt am 12.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Im Dauer-Streit um die Lärmschutzwand an der Altonaer Straße zeichnet sich eine Lösung ab: Gut sieben Jahre nach den ersten Planungen für eine neue Schutzwand hat sich die Stadt mit den betroffenen Anliegern jetzt offenbar auf eine Ersatzlösung für die marode Wand aus Betonringen verständigt.

Die Kompromissformel sieht vor, dass die Anlieger den Grundstücksstreifen, auf dem die Lärmschutzwand in den 70er-Jahren errichtet wurde, an die Stadt abtreten. Die neue Schutzwand würde dann auf städtischem Grund errichtet, die Anlieger wären von jeglichen Pflege- und Instandhaltungsverpflichtungen entbunden.

„Damit können wir gut leben“, sagte gestern einer der drei betroffenen Grundstückseigner, der seinen Namen aber nicht nennen wollte: Wegen der Forderung nach besserem Lärmschutz waren er und seine Nachbarn auch im Stadtteil teilweise scharf angegriffen worden. Nachdem die Kosten für einen ersten Entwurf der Lärmschutzwand von rund 270 000 Euro bekannt geworden waren, hatten Kritiker von einer „Luxussanierung für drei Parteien“ gesprochen. „Das stimmt aber nicht“, wehrte sich der Anlieger, auch von der neuen Wand würden natürlich alle zurückliegenden Grundstücke profitieren. Die bestehende Wand war Ende der 70er-Jahre auf den Privatgrundstücken der drei Anlieger errichtet worden. „Wir haben seinerzeit einen Teil unseres Baugrundstücks für die Schutzwand zur Verfügung gestellt“, sagte der Anlieger, „das kann man uns doch heute nicht ernsthaft vorwerfen.“

Mit der geplanten Ansiedlung des DOC an der Oderstraße und dem damit zu erwartenden zusätzlichen Verkehr auf der Altonaer Straße wuchs auch der Schutzbedarf der Ochsenweg-Anlieger. Sie pochten auf einen Ersatz für die inzwischen bröckelnde Wand. Auch die Stadt verwies jedoch zunächst auf die Eigentumsverhältnisse und sprach in ersten Verhandlungen von einem „freiwilligen Entgegenkommen“ der Stadt. Erst die Politik sprang den Anliegern bei und genehmigte eine neue Lärmschutzwand auf Stadtkosten.

Der Haken: Auch die neue Wand sollte wieder auf Privatgrund stehen, die Verantwortung für Pflege und Instandhaltung nach fünf Jahren an die Grundstücksbesitzer übergehen. Das lehnten die Hausbesitzer ab.

Stimmen alle Parteien der Grundstücksübertragung zu, könnte die neue Lärmschutzwand voraussichtlich ab 2015 errichtet werden, kündigte Tiefbau-Chef Ralf-Joseph Schnittker an. Die neue Wand wird dabei vermutlich deutlich schlichter als die bisherigen Varianten ausfallen – ohne bepflanzbare Kokosmatten oder Substratfüllungen. Die genauen Details sollen noch mit den Anliegern besprochen werden.

Fest steht bereits, dass die neue Wand um gut 30 Meter stadtauswärts verlängert werden soll, um auch das letzte Haus am Ochsenweg vor der Altonaer Straße besser gegen den Verkehrslärm abzuschirmen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen