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Bericht der Polizei Neumünster : Dunkle Tage: Mehr Einbrecher unterwegs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Weihnachtszeit ist Einbruchszeit. „In den Städten, also in Neumünster und Rendsburg, ist der Zuwachs am deutlichsten zu spüren. Auf dem Land ist es ruhiger“, sagt Polizeisprecher Rainer Wetzel.

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erstellt am 22.Dez.2013 | 16:35 Uhr

In der dunklen Jahreszeit haben auch in Neumünster und den umliegenden Gemeinden die Einbrecher wieder Hochsaison. Insbesondere in der Weihnachtszeit und an den Festtagen, wenn viele Menschen abends zu Adventsfeiern eingeladen sind oder nach Dienstschluss noch ein paar Weihnachtseinkäufe erledigen oder ein paar Tage verreisen, sind die Täter schnell in die leeren Einfamilienhäuser oder Wohnungen eingestiegen. Gestohlen wird Geld, Schmuck oder teure Technik. Die Polizeidirektion Neumünster, die neben der Stadt auch für den kompletten Kreis Rendsburg-Eckernförde zuständig ist, hat in den vergangenen Wochen durchaus einen Anstieg der Fallzahlen verzeichnet. „Mit Zunahme der dunklen Stunden gibt es auch wieder vermehrt Einbrüche“, erklärte Polizeisprecher Rainer Wetzel.

„In den Städten, also in Neumünster und Rendsburg, ist der Zuwachs am deutlichsten zu spüren. Auf dem Land ist es ruhiger“, erklärte der Polizeisprecher. Seit August zählte die Polizei in diesem Jahr in Neumünster 64 Einbrüche in privaten Wohnraum. „Das liegt ungefähr im Schnitt des Vorjahrs“, erklärte Rainer Wetzel. Im Jahr 2012 waren es von Anfang August bis Ende Dezember 69 entsprechende Taten.

Seit Jahresbeginn bearbeiteten die Ermittler in Neumünster 272 Einbrüche, im Vorjahr waren es insgesamt 270 Taten. Die große Einbruchswelle, die in den vergangenen Wochen im Kreis Schleswig-Flensburg und im Kieler Raum für Aufregung sorgte und wohl auf das Konto von Banden geht, scheint zurzeit im Bereich der Polizeidirektion Neumünster noch nicht angekommen zu sein. Die Ermittler rechnen dennoch bis zum Jahreswechsel und im Januar und Februar mit weiteren Dämmerungseinbrüchen. „Im März gehen die Zahlen dann erfahrungsgemäß wieder zurück. Die Täter scheuen halt das Licht“, erklärte Rainer Wetzel.

Auch im Amt Boostedt-Rickling sind Einbrüche zurzeit ein Thema. „Im Vergleich zu den Vorjahren ist jedoch bis jetzt nicht festzustellen, dass es sich hier um eine Hochburg für Einbrecher handelt“, berichtete Marc-Stefan Träger, Hauptkommissar in der Polizeistation Rickling. Dennoch kam es insbesondere in Boostedt in den vergangen vier Wochen zu einigen Einbrüchen und schweren Diebstählen. Insgesamt zählte die Polizei hier fünf Taten, darunter zwei Versuche. Eine Privatwohnung war nur einmal betroffen. In den anderen Fällen handelte es sich um Vereins- oder Gaststättenräume.

Die Ermittler gehen daher eher von örtlichen Tätern aus. Drei Fälle konnten jüngst aufgeklärt werden, darunter ein Einbruch in eine Kindertagesstätte. Jugendliche hatten dort unter anderem einen Computer gestohlen. Den hat die Kita jetzt zurückbekommen.

Aktuell angezeigt wurden außerdem im Dezember bisher drei Gartenlaubeneinbrüche. In diesen Fällen dauern die Ermittlungen ebenfalls an.

Auch anderenorts sind im Amtsgebiet vereinzelte Taten begangen worden. Hier gehen die Ermittler allerdings eher von überörtlich agierenden, reisenden Tätern aus. So wurden Ende November zwei Einbrüche in Einfamilienhäuser in Latendorf und am 7. Dezember zwei Einbrüche in Einfamilienhäuser in Groß Kummerfeld aufgenommen. Im jeweiligen Ort waren vermutlich dieselben Täter am Werk. „Dagegen kann man einen Tatzusammenhang zwischen den Einbrüchen in Latendorf und Groß Kummerfeld nicht annehmen, letztlich aber auch nicht vollends ausschließen. Die Ermittlungen dauern an. Täterhinweise gibt es nicht“, erklärte dazu Polizeisprecherin Sandra Mohr. Einen weiteren Einbruch gab es im Dezember in Heidmühlen. Verschont wurde bisher die Gemeinde Rickling ebenso wie Daldorf. „Der Bereich des Amtes Boostedt ist kein Brennpunkt der Einbruchskriminalität“, erklärte Sandra Mohr.

Das rät die Polizei:

Wer sein Haus  verlässt, sollte alle Fenster und Türen schließen. Auf Kipp gestellte Fenster sind ein leichter Einstieg für die Täter.

Bewegungsmelder verscheuchen viele  Einbrecher, denn sie wollen nicht gesehen werden.

Abschließbare Fenster- und Türgriffe erschweren den Einbruch. Wenn die Täter nicht innerhalb kürzester Zeit in die Häuser und Wohnungen gelangen, suchen sie oft lieber wieder das Weite.

Eine aufmerksame Nachbarschaft hat schon oft Taten verhindert:  Verdächtige Beobachtungen sollten deshalb immer unter Tel.  110 der Polizei gemeldet werden. Das ist  nicht nur eine Notrufnummer, sondern auch eine Zentralrufnummer für wichtige Informationen.  Denn manchmal spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle bei der  Ergreifung der Täter.
 

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