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Holsteinischer Courier

22. September 2017 | 17:34 Uhr

Tasdorf : Düngen: Landwirte müssen sich sputen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Feldbegehung in Tasdorf: Frühjahrstrockenheit könnte dem frühen Wachstum einen Strich durch die Rechnung machen.

Tasdorf | Die Bauern könnten sich freuen. Wintergetreide wie Weizen, Gerste oder Raps stehen gut auf dem Halm. Der warme und relativ trockene Vorfrühling sorgte nach dem milden Winter für ein frühes Wachstum und wenig Pflanzenschutzbedarf. Doch wegen des trockenen Frühjahrs müssen die Landwirte sich jetzt mit der Düngung beeilen.

Einige kurze schneefreie Frosttage hatten die Wintersaaten stellenweise mit gelben und erfrorenen Triebspitzen quittiert. Davon haben sich die Getreidebestände allerdings erholt. „Trotzdem haben die Getreidebauern noch keinen Grund zum Jubeln“, meinte Rainer Solterbeck vom Verband Landwirtschaftlicher Fachbildung Neumünster bei einer Feldbegehung in Tasdorf. Über 30 Landwirte warfen hier gemeinsam einen Blick auf die Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen wie Raps, Gerste oder Winterweizen. „Trockenphasen im Frühjahr und Frühsommer haben in den vergangenen 15 Jahren spürbar zugenommen“, sagt Solterbek. Darauf müssen die Landwirte auch dieses Frühjahr rechtzeitig reagieren, empfahl Kammerberater Dr. Hans-Jürgen Gleser. Für die sogenannte Aufdüngung wird es Zeit. Noch könnten auch bis zu zwei Millimeter Tau gut ausgenutzt werden, um den Dünger in den Boden zu bringen, lautete die Empfehlung.

Die derzeitige Großwetterlage verspricht eher wenig Regen. Besonders am Raps ist die frühe Entwicklung gut zu sehen. Auf vielen Feldern geht der Raps bereits in die Blüte. Das sah im vergangenen Jahr anders aus. „Da lagen Ende März noch Schneereste hinterm Knick“, meinte Solterbeck. Ähnlich früh sah es 2007 aus, erinnerte sich Altbauer Karl-Heinz Solterbeck. Da war der Raps am 20. April auf Usedom bereits verblüht. Ob die Zunahme der Frühjahrstrockenheiten bereits dem Klimawandel geschuldet oder normalen Klimaschwankungen zuzuschreiben ist, darüber könne allerdings nur spekuliert werden, meinten die Landwirte.

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