Eklige und schäbige Bahnhöfe in Neumünster : Druck auf Politik und Bahn wächst

Hartmut Florian
Hartmut Florian

Behindertenbeauftragter kritisiert Zustände am Hauptbahnhof und in Einfeld und Wasbek.

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12. März 2018, 18:02 Uhr

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Angewidert und mit Empörung haben viele Bürger darauf reagiert, dass der Hauptbahnhof Neumünster bei der 33. Qualitätskontrolle die schlechtesten Noten bekommen hat und auch Einfeld und Wasbek nur ein Ausreichend erhielten (der Courier berichtete). Auf Facebook fordern viele Leser, Stadt und Bahn müssten endlich handeln.

„Das ist mit Abstand einer der schlimmsten Bahnhöfe, die ich je gesehen habe“, schreibt eine Nutzerin, ein weiterer kommentiert: „Ich war schon an vielen Bahnhöfen durch Reisen, und selbst kleine Städte bekommen es besser hin als hier in Neumünster.“

Mit großem Unverständnis reagiert auch der Behindertenbeauftragte der Stadt, Hartmut Florian. „Es ist wirklich nicht zu fassen, was sich die Deutsche Bahn gegenüber ihren Kunden leistet“, empört er sich. Ihn wurmt besonders, dass die Blindenleitstreifen an manchen Stellen stark beschädigt sind. „Diese Bodenindikatoren in der Nähe der Bahnsteigkante sollen unseren sehbehinderten Bürgerinnen und Bürgern dabei helfen, sich ungefährdet orientieren zu können. Wenn die Streifen in irgendeiner Weise beschädigt sind und damit wesentliche Teile ihrer Funktion entfallen, besteht höchste Gefahr“, sagt er. Florian fordert die Verantwortlichen der Bahn mit Nachdruck auf, die dort „schon lange bekannten Missstände“ unverzüglich abzustellen. Angekündigte Sanierungen im Jahr 2021 kämen viel zu spät. „Dabei sollten auch der Bahnhof Einfeld und die Haltestelle Wasbek nicht vergessen werden“, ergänzt er. Ähnlich äußert sich Sebastian Kück, der im Fahrgastbeirat Schleswig-Holstein sitzt. Politik und Bahn seien die Probleme schon seit Jahren bewusst. Geändert habe sich jedoch nichts, moniert er auch mit Blick auf seine eigene Partei, die CDU. „Ich bin vor 20 Jahren nach Neumünster gezogen und seitdem haben sich die Anlagen am Bahnhof und Zob nicht verändert“, kritisiert er. Dreck, Drogenhandel, Ratten und Tauben seien Alltag. Die Mängel hätten nichts mit den Bauarbeiten zu tun. „Es herrscht pure Betriebsblindheit.“ Der Bahnhof sei Eingangstor zur Stadt. Das müsse jedem bewusst sein.


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