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Blutspendeaktion : DRK setzt auf junge Blutspender

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zum 21. Mal baten Schülervertretung und DRK in der Theodor-Litt-Schule auf die Blutspendeliege. 123 Schüler ließen sich anzapfen

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erstellt am 05.Mär.2016 | 09:15 Uhr

Neumünster | Keine Frage, so ganz super-cool fühlte sich Miles Meineke nicht, als er gestern Vormittag in der Aula der Theodor-Litt-Schule auf einer der aufgebauten Spenderliegen Platz nahm. Aber ein flotter Spruch von Kerstin Jenßen, Krankenschwester in Diensten des DRK-Blutspendedienstes Nord, nahm zumindest einen Teil der Nervosität. Tapfer ließ sich der angehende Groß- und Außenhandelskaufmann von der Schwester die Nadel an der Vene ansetzen. Ein kurzer Piks, und schon floss der rote Lebenssaft durch den feinen Schlauch in den kleinen Plastikbeutel neben der Liege.

„Man muss ja nicht hingucken“ , lächelte der 18-Jährige tapfer, er steht zu seiner Entscheidung, Blut zu spenden: Ein Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes war ein paar Tage vor der Spendenaktion durch die Klassen gelaufen und hatte aufgeklärt: Nur 2,5 Prozent der Bundesbürger spenden regelmäßig Blut. Würden sie das von heute auf morgen einstellen, würde Deutschlands Krankenhäusern nach wenigen Tagen die lebensrettenden Konserven ausgehen: Unfallopfer wären kaum noch zu versorgen, aufwendigere Operationen nicht mehr möglich. „Das hat mich überzeugt“, sagte Miles Meineke. Sollte er die Spende gut überstehen, will er auch künftig dabeibleiben, hat sich der Berufsschüler vorgenommen.

Einer, der das aus gutem Grund schon tut, nahm gestern nur wenige Meter von Meineke entfernt auf der gegenüberliegenden Seite der Aula auf der Liege Platz: Vor zwei Jahren lag der TLS-Schüler Fynn Schürer (18) nach einem schweren Autounfall drei Tage lang auf der Intensivstation. Neben dem Können der Ärzte hätten ihm auch mehrere Blutkonserven das Leben gerettet, ist er heute überzeugt. Weil er etwas zurückgeben möchte, geht der Schüler seit seinem 18. Geburtstag regelmäßig zur Blutspende.

Insgesamt 123 junge Männer und Frauen folgten gestern dem gemeinsamen Aufruf von Schülervertretung und DRK, sich in der Schulaula für den guten Zweck auf die Liege zu legen und den berühmten kleinen Piks, der Leben rettet, über sich ergehen zu lassen. Es ist seit 1998 bereits der 21. Spendentag an der Schule. Seit 2012 wird an der Parkstraße regelmäßig einmal im Jahr gespendet. Im Schnitt lassen sich dabei zwischen 100 und 120 Schüler anzapfen. „Das hat schon Tradition“, freute sich Inke Johannsen (19) von der Schülervertretung, die den vierstündigen Spenden-Marathon an der Schule mit organisierte. Was sie besonders freut: Auch immer mehr Lehrer legen sich für den guten Zweck auf die Liege, und auch manche Eltern oder Bekannte der Schüler machen mit.

Tim Habich vom DRK-Blutspendedienst lobte gestern den Einsatz der TLS. Spendenaktionen an Schulen seien stets besonders wertvoll, sagte der Experte. „Wir bekommen die Chance , viele junge Menschen ab 18 Jahren auf einmal anzusprechen und hoffen natürlich, dass möglichst viele als Dauerspender dabeibleiben.“ Auch die Walther-Lehmkuhl-Schule organisiert regelmäßig ähnliche Aktionen. Am 15. April ist der Blutspendedienst erstmals in der Klaus-Groth-Schule zu Gast.

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