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Holsteinischer Courier

23. August 2017 | 10:45 Uhr

Boostedt : DRK-Ortsverein droht das Aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Es fehlen Leute für den Vorstand. Was wird aus der Kleiderkammer?

Boostedt | Dem Boostedter Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) steht unter Umständen die Auflösung ins Haus. Der Grund dafür ist, dass wichtige Vorstandposten nicht besetzt werden können.

„Wenn wir nächste Woche auf der Jahreshauptversammlung keine Lösung finden, droht uns das Aus. Zahlreiche Vorgespräche haben jedenfalls bisher keine Ergebnisse erbracht“, erklärte die Vorsitzende Birge Holtmann auf Anfrage. Holtmann selbst steht aus persönlichen Gründen für das Amt der Vorsitzenden nicht mehr zur Verfügung. Auch die bisherige Schatzmeisterin Renate Mickeleit wird nicht mehr kandidieren. Zurzeit gehören dem Verein mehr als 140 Mitglieder an. Doch schon in der vergangenen Wahlperiode musste der Posten des Schriftführers kommissarisch besetzt werden.

„Es ist wirklich schlimm, dass wir gerade jetzt in diese Misere geraten. Mit der Erstaufnahmestelle kommen neue Aufgaben auf uns zu. Wir wollen hier mit unserer Kleiderkammer unterstützen. Alles dazu ist in Vorbereitung. Aber nun steht diese wichtige Hilfe für die Flüchtlinge auf dem Spiel“, erläutert sie die Situation (siehe Bericht unten).

„Die Aktiven hier in Boostedt sind alle mit Herz und Hand bei der Sache. Doch wir brauchen die Unterstützung weiterer Ehrenamtler mehr denn je. Denn nicht nur in der Kleiderkammer, auch beim Blutspende-Catering und im Besuchsdienst fehlen uns helfende Hände. Die Auflösung des Vereins wäre für das Sozialwesen im Dorf ein großer Verlust“, sagte Birge Holtmann überzeugt.

Sollte der Vorstand nicht besetzt und die Auflösung beschlossen werden, gibt es für die Boostedter zwei Optionen. Zum einen könnten der Verein im Kreisverband Segeberg aufgehen. Dieser würde schließlich auch das Vereinsvermögen übernehmen. „Eingestellt wird dann aber auf jeden Fall der Betrieb der Kleiderkammer, da auf Kreisebene solche Einrichtungen nicht geführt werden“, sagt Birge Holtmann. Denkbar wäre jedoch eine Fusion mit einem anderen Ortsverein, zum Beispiel mit Bad Bramstedt.

Der Kreisverband Neumünster kann hier übrigens gar nicht helfen. Denn diesem ist es aus satzungsgemäßen Gründen nicht möglich, die Boostedter aufzunehmen, und zum Beispiel vor Ort eine Außenstelle einzurichten. Auf Rückfrage beim Kreisverband Bad Segeberg wurde dies so rigoros nicht bestätigt. Man lasse keinen Ortsverein einfach so sterben. Alternativen für Boostedt würden vom Präsidium bereits geprüft, hieß dazu aus Kreisen der Sachbearbeitung auf Nachfrage.

Mit Bedauern nahm auch Bürgermeister Hartmut König (CDU) Kenntnis von der Sache. „Es ist bedauerlich, wenn es so kommt. Doch auf das persönliche Engagement des Einzelnen hat leider weder der Bürgermeister noch die Politik Einfluss. Aber es wäre schon sehr wünschenswert, dass uns dieser Verein erhalten bleibt“, sagte er.

„Ich hoffe, dass die Mitglieder noch einmal in sich gehen. Herzlich willkommen sind auch interessierte Nichtmitglieder und Menschen, die einfach nur helfen wollen“, warb Holtmann noch einmal abschließend für die schicksalsentscheidende Jahreshauptversammlung. Die findet am kommenden Mittwoch, 15. April, ab 19 Uhr im Vereinsheim des SV Boostedt statt.

 


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