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Dreister Diebstahl im Sportgeschäft: Sechs Monate Haft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Angriff ist nicht immer die beste Verteidigung. Diese Erfahrung machte jetzt ein 28-jähriger Aserbaidschaner, der sich gestern im Amtsgericht wegen gewerbsmäßigen Diebstahls verantworten musste. „Ich habe nichts mit dem Diebstahl zu tun. Wieso hat das Geschäft keine Filmaufnahmen, jedes Kaufhaus hat doch Überwachungskameras!“, beschwerte sich der junge Mann lautstark über den „Mangel an Beweisen“.

Die Richterin ließ das ungerührt, auch so war der Fall aus ihrer Sicht ziemlich schnell klar: Im Juni vergangenen Jahres war der Angeklagte gemeinsam mit einem in dieser Sache bereits verurteilten Mittäter in das Sportgeschäft Hauberg am Kuhberg gegangen, hatte dort einen Trainingsanzug, ein Paar Sportschuhe und ein Sport-T-Shirt unter dem Mantel verschwinden lassen und war wenige Minuten später von der Polizei erwischt worden – ohne Beute zwar, aber unter erdrückender Indizienlast.

Dem Geschäftsinhaber selbst waren die beiden Männer im Laden verdächtig vorgekommen. Er beobachtete, wie der Jüngere zur Tarnung ein T-Shirt hochhielt, damit der Ältere dahinter halb verdeckt den Trainingsanzug unter seiner Jacke verschwinden lassen konnte. Das hatte der Ladenbesitzer bereits im ersten Prozess gegen den jugendlichen Komplizen beschrieben und wiederholte es gestern im Prozess gegen den zweiten Mann. Sein Versuch, die Diebe aufzuhalten, scheiterte zwar, er sah sie aber Richtung Bahnhof davonlaufen.

Die Polizei entdeckte die gut beschriebenen Männer nur Minuten später in einer Dönerstation am Bahnhof, und stieß nach kurzer Suche auch auf die Beute: Sportschuhe, T-Shirt und Trainingsanzug waren in einem Hinterhof unter einer Mülltonne versteckt, vermutlich um sie später einzusammeln, wie einer der Polizisten als Zeuge vermutete. Sogar die Preisschilder waren noch dran.

Der Ladenbesitzer erkannte die Männer auf Anhieb wieder. Die Sonnenbrille, die der Ältere im Laden getragen hatte, hatte er inzwischen zwar abgenommen, aber noch in der Jackentasche. „Denklogisch“ wäre es zwar möglich, dass sich zwei ähnlich aussehende Männer zur fast gleichen Zeit in dem Geschäft umgeschaut, geklaut und Richtung Bahnhof davongelaufen wären, führte die Richterin aus.

Das aber waren ihr dann doch etwas viele Zufälle. Sie folgte dem Antrag des Staatsanwalts und verurteilte den 28-jährigen Asylbewerber vergleichsweise hart zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung. Der Grund: Erst am Tag vor dem Diebstahl am Kuhberg war der Mann wegen Ladendiebstahls im DOC zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Kommentar der Richterin: „Das ist schon recht dreist!“

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erstellt am 07.Feb.2017 | 13:51 Uhr

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