Wittorf : Dreiste Müllsünder in der Feldmark

Dreist: Am Mittelweg, einem beliebten Spazierweg am Südrand von Wittorf, haben Unbekannte 19 Türen, ein altes Regal und anderes Gerümpel abgekippt. Die TBZ-Mitarbeiter Waldemar Kamrowski (links) und Oliver Schmidt holten den Sperrmüll gestern ab.
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Dreist: Am Mittelweg, einem beliebten Spazierweg am Südrand von Wittorf, haben Unbekannte 19 Türen, ein altes Regal und anderes Gerümpel abgekippt. Die TBZ-Mitarbeiter Waldemar Kamrowski (links) und Oliver Schmidt holten den Sperrmüll gestern ab.

Unbekannte luden Holztüren, Kühlschränke, Öfen und anderes Gerümpel in der Feldmark ab. Jedes Jahr werden in der Stadt 700 Tonnen Müll wild entsorgt.

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14. Juli 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Meist kommen sie im Dunkeln, laden in Windeseile Hänger oder Kofferraum leer und sind nur schwer zu fassen: Dreiste Müllsünder machen den städtischen Abfallentsorgern zunehmend das Leben schwer. Vermutlich am Wochenende schlugen sie jetzt (unter anderem) in Wittorf zu: Am Mittelweg, einem beliebten Spazierweg am südlichen Stadtrand kurz vor der Südumgehung, haben bislang Umbekannte 19 Holztüren, ein altes Regal und anderes Gerümpel am Wegesrand abgeladen.

Nur einige hundert Meter Luftlinie entfernt, am Padenstedter Weg, türmen sich vier ausgeweidete Kühlschränke, Backöfen, Lampen und das Gerippe eines Fahrrads im Graben. Ein Jäger hatte am Wochenende die Polizei informiert, die wiederum das TBZ auf den Plan rief. „Eigentlich unfassbar“, kommentierte gestern Holger Fockenga, Abteilungsleiter im TBZ, die Schrotthalde, die nur einen Steinwurf vom Abfallwirtschaftszentrum Wittorferfeld entfernt liegt. „Entweder er hat nicht gewusst, dass er Elektroschrott und Metalle kostenlos im Abfallzentrum abliefern kann, oder er hat sich geärgert, dass er seine Fuhre nicht am Sonntag loswerden konnte“, mutmaßt Fockenga über den Müllsünder. Zwar sind im niedergedrückten Gras noch die Fahrspuren des Kleinlasters zu erkennen, aber es wird schwer, den Übeltäter zu überführen.

Die Straßenreiniger Oliver Schmidt und Waldemar Kamrowski machten sich gestern daran, den Schrott auseinander zu ziehen und auf den Lkw zu laden. Sie sind noch ganz andere „Sauereien“ gewohnt. Fast täglich rückt eine TBZ-Kolonne aus, um in der Stadt wild entsorgten Müll einzusammeln. Kaum etwas ist den Müllentsorgern dabei fremd: Bauschutt am Knickrand und Müllsäcke im Buswartehäuschen sind da noch die harmloseren Fälle. Erst vor wenigen Wochen hat ein TBZ-Team ebenfalls am Mittelweg 200 alte Autoreifen eingesammelt. An der Carlstraße entdeckten Anlieger unlängst einen blauen Müllsack, aus dem das Blut tropfte: Ein skrupelloser Müllsünder hatte die Reste eines geschlachteten Schafes am Straßenrand abgestellt. Sein Pech: Am Schafskopf hing noch die Ohrmarke des Tieres, sie führte zum Verursacher der Sauerei. Er muss jetzt mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro rechnen.

Solche Erfolge gegen die Müllfrevler sind allerdings eher die Ausnahme, räumt TBZ-Leiter Ingo Kühl ein. Dabei ist der Schaden nicht ohne: Kühl schätzt, dass seine Mitarbeiter pro Jahr etwa 700 Tonnen wild abgelegten Müll aus schwer einsehbaren Straßen, von Knicks, Weg- oder Waldrändern einsammeln. Auch der Zeitaufwand sei enorm. Rein rechnerisch liefen zwei TBZ-Mitarbeiter das ganze Jahr über nur dem wilden Müll hinterher.

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