Kunstflecken in Neumünster : Drei Wochen Kultur pur

Auf den 20. Kunstflecken freuen sich (von links) Svenja Lanz (NDR 1, Welle Nord), Kulturbüro-Leiterin Johanna Göb, Stadtrat Carsten Hillgruber, Sünne Höhn und Agnes Trenka (Kulturbüro).
Auf den 20. Kunstflecken freuen sich (von links) Svenja Lanz (NDR 1, Welle Nord), Kulturbüro-Leiterin Johanna Göb, Stadtrat Carsten Hillgruber, Sünne Höhn und Agnes Trenka (Kulturbüro).

20. Kunstflecken: Festival-Macherin Johanna Göb verbindet internationale Stars und lokale Kunst

shz.de von
01. Juli 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Die Mischung macht’s: Weltstars und lokale Kunst, Installationen, Ausstellungen und Konzerte, ein besonderer Dokumentarfilm über Neumünster und ein extra gegründeter Projektchor – drei Wochen Kultur pur in der Stadt. Mit einer spannenden Mischung lockt der 20. Kunstflecken ab dem 7. September Kulturfans aus dem ganzen Norden nach Neumünster.

„Zum runden Jubiläum holen wir diejenigen nach Neumünster, die bereits große Fußspuren hier hinterlassen haben“, sagte Johanna Göb, Leiterin des Kulturbüros. Daher kommen Kunstflecken-Gänger in den Genuss, Stars wie Gregory Porter, Frankie Chavez , Piers Faccini und andere zu erleben. „Gregory Porter, der 2013 bei uns war, und den Kunstflecken verbindet eine besondere Geschichte. Wir hatten ihn endlich hergeholt, da erschien sein Album ,Liquid Spirit’, und die Begeisterung für ihn ging durch die Decke“, erinnerte sich Johanna Göb. Nach langem Flug, wenig Schlaf und drei Stunden Interviews gab Porter in der Werkhalle „ein Konzert zum Niederknien“.

Neben den „Special Guests“ ist – wie von Beginn des Kunstfleckens an immer – auch lokale Kunst fester Bestandteil. Der Kunstflecken startet am 7. September mit der Art-Tour. Um 19 Uhr präsentieren sich die Sieger des Wettbewerbs für temporäre Kunst im öffentlichen Raum in Rencks Park. Brockmann-Preisträgerin 2017 Anne Steinhagen stellt „A few questions“ („ein paar Fragen“) auf großen Plakatwänden, Litfaßsäulen und Schaufenstern in der Innenstadt. Unter dem Titel „#frischgefragt“ präsentieren die Muthesius-Schüler Anna Geffert und Max Griesche aus Kiel Installationen auf Verkehrsschildern – literarisch-philosophische Fragen aus Büchern von Max Frisch.

Die zweite Station der Art-Tour ist um 20 Uhr die Bürgergalerie an der Esplanade. Der gebürtige Neumünsteraner Stefan Wischnewski zeigt seine Ausstellung „Knotenpunkt“. Um 21 Uhr spielt zur Eröffnung mit Kulturministerin Karin Prien und OB Dr. Olaf Tauras die Band Afenginn aus Kopenhagen in der Werkhalle. Ein extra gegründeter Projektchor aus Neumünster wird sich als zusätzliches Instrument in die dänische Gruppe einfügen.

Der Kunstflecken begann einst als lokale Initiative. „Die damalige Kulturmanagerin Barbara Nierhaus hat das Festival über Jahre mit hochkarätigen Künstlern, Programmflyern und guter Organisation professionalisiert“, sagte Johanna Göb. Kulturdezernent Günter Humpe-Waßmuth und der Leiter des Kulturbüros, Dr. Martin Sadek, standen ihr zur Seite. Im zehnten Jahr, als Barbara Nierhaus das Team verließ, musste Kulturbüro-Mitarbeiterin Sünne Höhn das Festival ohne den Lokschuppen wuppen – das Festival verteilte sich auf etwa 50 Orte in der Stadt. Johanna Göb kam 2008: „Die Werkhalle war ein Glücksgriff, sie hat ein ungewöhnliches, intimes Ambiente und liegt mitten im Herzen der Stadt.“ Das Niveau des Festivals macht sie auch an sich fest: „Mein Anspruch an die Qualität spielt eine Rolle, und ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl, ich weiß, was funktioniert und was nicht.“
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