Bönebüttel : Drei junge Störche erhielten ihre Ausweise

Kurz und schmerzlos: Mit geübten Griffen fixierte der Storchenbetreuer Wolfgang Brüggen vom Nabu Neumünster die Ringe. Die Jungvögel ließen sich dies dank einer naturgegebenen Schreckstarre ohne Gegenwehr gefallen.
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Kurz und schmerzlos: Mit geübten Griffen fixierte der Storchenbetreuer Wolfgang Brüggen vom Nabu Neumünster die Ringe. Die Jungvögel ließen sich dies dank einer naturgegebenen Schreckstarre ohne Gegenwehr gefallen.

Auf dem Hof von Familie Kruse in Bönebüttel wurden drei Jungstörche beringt. Naturschützer rechnen landesweit mit 500 Storchenküken.

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14. Juli 2015, 07:30 Uhr

Bönebüttel | Auf dem Hof von Timm Kruse in Bönebüttel zählen Weißstörche schon seit Jahren zu den Sommergästen. Auch in diesem Jahr hat sich dort wieder ein Paar eingefunden. Jetzt wurden die drei kräftigen Jungstörche von Wolfgang Brüggen vom Naturschutzbund (Nabu), Ortsgruppe Neumünster, beringt.

„Das wurde jetzt auch Zeit. Jetzt ducken sie sich noch ins Nest. Doch 14 Tage weiter und sie würden auffliegen. Dann ist das Beringen praktisch nicht mehr möglich“, erklärte der Nabu-Storchenbeauftragte Peter Hildebrandt.

Mit dem Hubsteiger von Dachdeckermeister Mirko Runow ging es für Wolfgang Brüggen also in luftige 12 Meter Höhe. Dort angekommen musste es dann schnell gehen. Doch mit geübten Griffen waren die sogenannten Elsa-Ringe (European Laser Signed Advenced) schnell angebracht, und es konnte wieder Ruhe einkehren. „Die Ringe sind praktisch die Personalausweise der Störche. So können zum Beispiel die Zugroute, das Alter und das spätere Brutverhalten der Tiere nachgewiesen werden“, erläuterte Hildebrandt. Da das Altvogelmännchen beringt ist, wisse man auch, dass es 2010 in Großharrie geboren wurde und dass es im vergangenen Jahr erfolglos in Blumenthal brütete, erklärte er weiter.

Berichten konnte Hildebrandt zudem, dass in der nahen Umgebung wie in Einfeld, Großharrie, Negenharrie und Groß Kummerfeld in diesem Jahr die Nester leider leer geblieben sind. Dennoch rechnen die Naturschützer landesweit mit rund 500 Küken. Dies entspricht dem Bruterfolg des Vorjahres.

Noch zirka sechs Wochen kann sich Familie Kruse an ihrer Storchenfamilie erfreuen. Doch gegen Ende August heißt es dann schon wieder Abschied nehmen – bis hoffentlich zum nächsten Jahr.
„Denn wir warten im Frühjahr schon immer ganz gespannt auf die Ankunft. Es ist für uns dann jeden Tag eine Freude, die Vögel vom Frühstückstisch aus zu beobachten. Und wenn dabei dann doch mal ein Ast im Weg hängt, wird der auch schon mal, ob der freien Sicht, einfach abgeschnitten“, erzählte Altenteiler Hans Kruse schmunzelnd.

Im vergangenen Jahr hatte das damalige Brutpaar sogar fünfköpfigen Nachwuchs. „Doch die Eltern füttern nur die stärksten Tiere. Und da das Gelege von Beginn an bebrütet wird, schlüpfen die Jungen zeitlich versetzt. Der Jüngste hat es dann leider nicht geschafft. Wir haben ihn unterhalb des Nestes tot aufgefunden. Doch so ist nun einmal der Lauf der Natur“, berichtete der Storchenfreund. 



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