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Renaturierung : Dosenmoor: Die ersten Birken fallen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Noch sind nicht alle Grundeigentümer im Boot.

Grossharrie | Nachdem die Stiftung Naturschutz und die begleitenden Planer die aktuellen Managementpläne vorige Woche in Negenharrie vorgestellt hatten (der Courier berichtete), haben die Vorbereitungen für die Renaturierung des Dosenmoores begonnen: Die ersten Birken wurden gefällt.

Die Wiedervernässung des Dosenmoores ist keine leichte Aufgabe. Die alten Dämme, welche das Wasser auf dem Moor zurückhalten, sind im Lauf der Jahrzehnte nicht mitgewachsen. Neue Dämme und Spundwände sollen das Wasser auf dem Moor halten und neue Mönche (Überläufe) einen kontrollierten Abfluss ermöglichen. Wie präzise die Arbeiten vorbereitet sind, zeigte Planer Holger Mordhorst auf dem Moor. Die Höhen des Moorkörpers sind mit lasergesteuerten Luftaufnahmen zentimetergenau eingemessen. Diese präzisen Daten bilden einen wesentlichen Teil der Planungsgrundlagen. Mancher Arbeitsschritt beruht auf der Erfahrung langjähriger Betreuer wie Friedwart Pütz, Ingenieur der Neumünsteraner Naturschutzbehörde und dort verantwortlich für das Dosenmoor. Für die neuen Dämme müssen Teile des Birkengürtels auf dem Moor weichen. Hier haben auf Flächen der Stiftung Naturschutz und privaten Flächen mit Zustimmung der Grundeigentümer die Fällarbeiten begonnen. „Diese sind losgelöst von dem jetzt gestarteten Planfeststellungsverfahren der Wasserbehörde“, erklärte Projektbetreuerin Vera Breuer von der Stiftung Naturschutz. Mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) konnten diese Arbeiten beginnen, um vor der im März beginnenden Brut- und Setzzeit mit dem Fällen der Bäume fertig zu werden.

Rund 230 000 Euro wurden für den ersten Arbeitsabschnitt veranschlagt. „Insgesamt liegen die geschätzten Kosten für das über etwa fünf Jahre laufende Projekt bei etwa 1,1 Millionen Euro“, erklärte Vera Breuer. Der Löwenanteil wird aus dem Moorschutzprogramm finanziert, von dem die Europäische Union 75 und das Land Schleswig-Holstein 25 Prozent der Kosten tragen. Ein weiterer Teil wird aus Schutz- und Entwicklungsgeldern des Landes aus sogenannten Ersatzmitteln gezahlt. Diese stammen etwa aus Ausgleichszahlungen für den Straßenbau. „Für das Dosenmoor ist die Aufrechnung kompliziert“, erklärte Vera Breuer. Da Teile zur Stadt Neumünster und andere Teile des Moores zum ländlichen Raum gehören, gibt es unterschiedliche Fördertöpfe. Entscheidend seien jetzt der zügige Abschluss des Planfeststellungsverfahrens und die Genehmigung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns. Außerdem sind noch nicht alle privaten Grundeigentümer im Boot. „Wir hoffen auf eine zeitgerechte Einigung“, meinte Vera Breuer, da möglichst im Juli mit den Arbeiten an den Wällen, Spundwänden und Mönchen begonnen werden soll.  



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