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Dorfstraße in Rickling: Bordsteine werden teuer

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die neuen Bordsteine an der Dorfstraße dürfen nicht zu Stolpersteinen für Behinderte werden. Niedrigschwellige Kantsteine wurden deshalb während der Ricklinger Gemeindevertretersitzung vorgestellt. Die Krux dabei: Ein laufender Meter normaler Bordstein kostet rund fünf Euro (Absatzhöhe zwischen 2 und 4 Zentimeter). Die flachen Bordsteine kommen dagegen auf rund 100 Euro pro Meter (Absatzhöhe 0,5 bis 1 Zentimeter).

Verwendet werden müssen die Steine eigentlich an allen Querungen sowie an den Einmündungen. „Wir werden um den Einbau nicht herumkommen, da Barrierefreiheit zum Baurecht gehört. Die Kosten stehen noch nicht fest, aber die Gemeinde wird auch das zahlen müssen“, erklärte Bürgermeister Christian Thomann (ABR) wegen der extremen Kostensteigerung leicht resigniert.

Und dies ist nicht der einzige finanzielle Brocken, den es noch zu schlucken gilt. So beschlossen die Gemeindevertreter nun die Installation einer beidseitigen Ausleuchtung der Straße mit rund 60 neuen Leuchten. Im Haushalt eingestellt sind für die einseitige Erneuerung bisher 60 000 Euro.

Zusätzliche Kosten wird auch die ebenfalls beschlossene Verlegung von Leerrohren für einen möglichen Breitbandanschluss verursachen. Das Material dafür liefert der Wege-Zweckverband kostenfrei.

Für die für die Sanierung notwendige Kreditaufnahme in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro schlossen sich die Gemeindevertreter einhellig der Empfehlung aus dem Finanzausschuss an (der Courier berichtete). Mit einem erwarteten Defizit von 102 000 Euro rückt ein ausgeglichener Haushalt trotz steuerlicher Mehreinnahmen damit jedoch in weite Ferne. Und auch die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde steigt mit der teureren Sanierung von 636 Euro auf stolze 1223 Euro.

Ebenso hinterlässt die verkehrstechnische Einschränkung des Verkehrs erste Spuren. Schäden am als Umleitung genutzten Grünen Weg gehören ebenso dazu wie die Skepsis der Einwohner, die die Bauarbeiten mit einem gewissen Argwohn verfolgen. Die Müllabfuhr und der Abfuhr des Strauchschnitts gehörten zu den drängendsten Fragen, die die rund 40 Zuhörer von den Politikern beantwortet haben wollten.

Neben dem leidigen Thema Dorfstraße brachten die Gemeindevertreter jedoch noch einige andere Angelegenheiten auf den Weg. So soll die im kommenden Jahr anstehende 850-Jahr-Feier (28. bis 31. August) mit rund 15 000 Euro finanziert werden. Der Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs der Feuerwehr (230 000 Euro) wurde zugestimmt. Auch die Betriebsgründung für das Wasserwerk und das Freibad gaben die Gemeindevertreter frei (der Courier berichtete.)

Mehrheitlich einig waren sich die Kommunalpolitiker auch bei der 50-prozentigen Eintrittserhöhung für das Freibad: Erwachsene zahlen drei Euro, Kinder zwei Euro. Außerdem wurde die Ausweisung von Wohnbauflächen westlich des Grünen Weges und am Meisenweg beschlossen.

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erstellt am 30.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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