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Tungendorf : Dorfsheriff schätzt Nähe zum Bürger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Lars Frankiewicz (46) löste Rolf Paasch (57) als Leiter der Polizeistation in Tungendorf ab. Deliktzahlen sind seit Jahren rückläufig.

Neumünster | Die Polizeistation am Volkshaus in Tungendorf hat einen neuen Chef: Polizeihauptkommissar Lars Frankiewicz (46) löste hier Rolf Paasch (57) ab, der die Station 16 Jahre lang leitete und zur Kriminalpolizeistation an der Alemannenstraße wechselte.

„Nach 19 Jahren im Schichtdienst war die Zeit gekommen, mal etwas ganz Anderes zu machen“, sagt Lars Frankiewicz. Der dreifache Vater, der mit seiner Partnerin in Neumünster wohnt, ist seit 1991 im Polizeidienst. Stationen waren hier der Bäderdienst in Grömitz, das Autobahnrevier Neumünster, nach dem Studium in Altenholz und dem Aufstieg in den gehobenen Dienst dann ab 1999 das 2. Revier an der Beethovenstraße. 2011 wechselte Frankiewicz dann als Dienstgruppenleiter zum 1. Polizeirevier an der Alemannenstraße.

Jetzt ist er „Dorfsheriff“ in Tungendorf. Lars Frankiewicz findet den Begriff nicht despektierlich und fühlt sich pudelwohl in seiner neuen Funktion. Seine beiden Kollegen Carsten Schröder und Oliver von Hassell kennt er schon von früheren Dienststationen. Und die Lage der Station am Volkshaus sei traumhaft: „Das ist schon ein kleines Märchenschloss.“ Tungendorf habe auch Bereiche mit sozialen Problemen, sei aber im Grunde ein friedlicher und sicherer Stadtteil, sagt Frankiewicz. Das zeige auch die Kriminalstatistik – für ganz Neumünster. „Die Deliktzahlen sind rückläufig“, so der Polizist.

Eine Erfahrung hat er schon gemacht: „Die Tungendorfer sind sehr mit ihrer Polizeistation verbunden. Diese Nähe schätzen wir, Polizeiarbeit darf keine Einbahnstraße sein“, sagt der Ermittler. Wichtig ist ihm deshalb, präsent zu sein. Die Polizeistation ist von Montag bis Freitag von 7 bis 16 Uhr besetzt. „Jeder von uns macht einmal in der Woche zudem Spätdienst bis 19 oder 20 Uhr“, sagt Lars Frankiewicz, der nebenamtlich als Einsatztrainer Kollegen beim Schießen und der Selbstverteidigung zur Eigensicherung schult. Auch seinen Posten als Fitnesstrainer bei der Polizeidirektion wird er weiter ausüben.

Aufgefallen ist ihm, dass viele eher bei Kleinigkeiten bereit sind, die Polizei zu alarmieren. Bei Betrugsversuchen an der Haustür oder Hinweisen, dass eine Wohnung für einen möglichen Einbruch ausgespäht wird, hielten sich viele aber zurück. Frankiewicz: „Hemmschwellen, den Notruf 110 zu wählen, sind unbegründet.“

Kommentar

Die Polizei, dein Freund und Helfer

Die Melodie vom Schutzmann an der Ecke mag vielleicht ein wenig abgedroschen klingen. Wichtig bleiben die kleinen Polizeistationen in den Stadtteilen aber allemal. In den „Dorfsheriffs“ der Stationen nicht nur in Tungendorf, sondern auch in Einfeld, Wittorf, Gadeland und Faldera haben die Bürger einen Ansprechpartner, den sie kennen und schätzen. Die Ordnungshüter sind zu Fuß, per Rad oder mit dem Wagen auf Streife unterwegs und kennen ihren Stadtteil aus dem Effeff.  Sie wissen um die Probleme in ihrem „Kiez“ und kennen dort ihre Pappenheimer und Kleinkriminellen. Ja,  manchmal sind sie so  auch Sozialarbeiter in Uniform. Das ist für das Sicherheitsgefühl der Bürger und tatsächlich auch objektiv für die Sicherheit von unschätzbarem Wert.


 

 

 

 

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erstellt am 23.Okt.2015 | 08:00 Uhr

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