zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 14:41 Uhr

"Doppelter Peter" brachte die Wende

vom

Handball-Oberliga: Die SG Wittorf/FTN feierte trotz einer schwachen Vorrunde vorzeitig den Klassenerhalt und belegte am Ende den fünften Platz

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | Hinter den Männern und den Machern der SG Wittorf/FTN steckt eine Handballsaison, die ihresgleichen sucht. Der Oberligist sorgte in der abgelaufenen Punktspielserie für so manche Schlagzeile - nicht immer nur positiv. Am Ende waren es aber doch vornehmlich gute Nachrichten, denn im achten Jahr in Folge wurde der Klassenerhalt geschafft - diesmal sogar vorzeitig. Doch bis zum letztlich respektablen Ergebnis - der fünfte Platz mit 27:25 Punkten - war es ein steiniger Weg. Der Courier blickt heute noch einmal auf die Spielserie 2012/2013 der SG Wift zurück.

Nicht wenige sahen in den "Bären" zwischenzeitlich schon einen fast sicheren Absteiger. Bereits vor Saisonbeginn sorgte die Meldung, der bisherige Ligaobmann und "Mr. SG Wift", Matthias Lucht, gebe seinen Posten ab und ziehe sich aus dem Geschäft zurück, für viel Gesprächsstoff. Auch die Trennung von einigen Aktiven verlief nicht ganz glücklich und schürte das Feuer der schlechten Nachrichten. In den Führungsstab wurde Christina Mönke aufgenommen, die Torsten Behrend unterstützte. Kritiker sahen sich bereits nach der 20:31-Auftaktpleite beim DHK Flensborg in ihren Befürchtungen, dass alles nun den Bach runter gehen werde, bestätigt.

Wie bereits in den Jahren zuvor präsentierte sich das Team unter der Leitung von Ralph Jürgensen wie eine launische Diva. Siege und Niederlagen wechselten sich munter ab. Eine klare Struktur war nicht zu erkennen, dafür aber - immer wieder für alle sichtbar - ein großes Konditionsproblem. Mehr als einmal resümierte Jürgensen nach einem Spiel: "Am Ende hat die Kraft nicht gereicht."

Genau wie die Tabellenposition, ging auch die Motivation der Mannschaft immer weiter in den Keller. Das Ligamanagement mit Behrend, Mönke und dem neu dazugekommenen Tobias Dassau zog in der Weihnachtspause die Notbremse und trennte sich von Jürgensen. Die "Bären" befanden sich zu diesem Zeitpunkt mit 10:14 Punkten auf dem zehnten Rang. Das Abstiegsgespenst spukte in den Köpfen der Neumünsteraner herum.

Die Schlagzeile zur Trennung war gerade verdaut worden, da gab es auch schon die nächste bedeutende Meldung: Mit Peter Bente und Peter Schäfke sprangen zwei Urgesteine der SG Wittorf/FTN als Interimstrainer ein. Wie aus dem Dornröschenschlaf erwacht, rollten die Wittorfer das Feld in der Rückserie von hinten auf. Mit dem neuen Trainerduo wurden in den ersten acht Partien sechs Siege und zwei Remis eingefahren. Die Mannschaft schien wie verwandelt, kletterte in der Tabelle Schritt für Schritt aus der Gefahrenzone heraus und strahlte wieder Zuversicht aus.

Zwar blieben die Neumünsteraner auch in dieser Saison nicht vom Verletzungspech verschont. Neben Jan-Christoph Trede (Kreuzband) tauchten Christian Aust (Achillessehe), Jannik Mittendorfer (Kreuzband) und schließlich auch noch Lars Bente (Kreuzband) auf der Liste der Langzeitverletzten auf. Doch der Rest des Teams konnte diese Ausfälle kompensieren, zeigte endlich mannschaftliche Geschlossenheit und begeisterte die Zuschauer, die sich wieder vermehrt in der KSV-Halle einfanden und das Team auch bei Auswärtsspielen begleiteten. Seit langer Zeit durften die "Bären" bereits vor dem Saisonende die weitere Klassenzugehörigkeit feiern. Die letzten Partien der Spielzeit konnten - anders als in den Jahren zuvor - locker und unbeschwert angegangen werden.

Das neue Trainergespann - der "doppelte Peter" an der Seitenlinie - machte einen guten Job, baute das Team wieder auf und gab einzelnen Spielern das verloren gegangene Selbstvertrauen zurück. Es verwundert daher nicht, dass dem Ligamanagement sehr viel daran lag, die beiden Coaches zu halten. Entsprechend groß war die Freude über die Zusagen von Schäfke und Bente für die kommende Serie.

Die Hinrunde war einer der schlechtesten der vergangenen Jahre. Ralph Jürgensen konnte die Mannschaft nicht mehr erreichen - das war zu sehen. Unter dem Gespann Bente/Schäfke wurde die Mannschaft den Erwartungen, die viele auf Grund der personell guten Besetzung in sie gesteckt hatten, gerecht. Eine junge, spritzige wirkende und motivierte Mannschaft zeigte, warum sie auch in der neuen Saison einen Platz in der Oberliga Hamburg/Schleswig -Holstein verdient hat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen