zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 03:10 Uhr

Film : Dokumentation über Dompteurinnen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schweizer Filmteam drehte in Neumünster beim Zirkus Carl Busch einen Beitrag über Tiger-Bändigerin Carmen Zander fürs Kino und für Arte

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 00:35 Uhr

Nach außen und vor Publikum sind es starke Frauen. Sie zähmen Löwen, kuscheln mit Bären und geben Tigern Küsschen. Doch wie sieht es hinter den Kulissen von Dompteurinnen im Zirkus aus? Diese Frage beschäftigte Anka Schmid bereits als Kind. „Ich wollte früher selbst Raubtier–Dompteurin werden und in der Manege stehen“, sagt die Schweizerin. Doch ihr Weg verschlug die heute 51-Jährige zum Film. Sie studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin, ist seit 1990 freischaffende Filmemacherin und Videokünstlerin. Nun hat sie den Kindheitstraum wieder aufgegriffen. Für eine Schweizer Produktionsgesellschaft dreht Anka Schmid derzeit mit ihrem Team unter dem Titel „Wild Women – Gentle Beasts“ („Wilde Frauen – zarte Biester“) Portraits über vier Raubtier-Dompteurinnen aus aller Welt, ihren Werdegang und die täglichen Schwierigkeiten und Freuden des Zirkuslebens. Ende 2014 soll der Dokumentarfilm fertig sein und dann nicht nur in den Schweizer Kinos laufen, sondern auch beim Fernsehsender Arte gezeigt werden.

Unter den vier Frauen ist Carmen Zander vom Zirkus Carl Busch, der bis gestern auf dem Jugendspielplatz gastierte. Am Wochenende drehten Anka Schmid und ihr Team (siehe Infokasten) im privaten Wohnwagen der ehemaligen DDR-Sportlerin, die 15 Meistertitel in Rhythmischer Sportgymnastik errang. „Carmen Zander ist eine Geschäftsfrau, aber sie hat auch ihre verletzlichen Seiten. Wir wollen das zeigen, was nicht von ihr bekannt ist“, sagt Anka Schmid. Es sind ganz besondere Einblicke, denn die Herrin von fünf Königstigern öffnet ihr Privatleben ansonsten nicht der Öffentlichkeit.

Anka Schmid will mit dem Dokumentarfilm zwei thematische Schwerpunkte hervorheben: Wie begegnen Frauen den Raubtieren und wie ist der Umgang mit Tieren im Zirkus überhaupt. „Es gibt einen Wandel in der Gesellschaft. Zirkusse mit Raubtieren müssen schon per se gegen das negative Image der Tierquälerei kämpfen, nicht nur in Deutschland, Skandinavien und Österreich, sondern mittlerweile auch im Zirkusland Schweiz. Dabei zeigen die Dompteurinnen große Liebe zu ihren Tieren. Sonst würden diese auch nicht mitarbeiten“, erklärt die Regisseurin. Dennoch ist sie sich sicher, dass Raubtierdompteur ein aussterbender Beruf ist.

Die Dreharbeiten, die noch bis Ende des Jahres laufen sollen, gestalten sich schwieriger als sonst. „Wir müssen Rücksicht auf die Tiere nehmen und ihr Verhalten genau beobachten.“ Der Dreh in der Manege oder beim Training sei daher immer besonders spannend und erfordere auch von der Kameratechnik und den Einstellungen einen speziellen Aufwand, sagt Anka Schmid.

Neben Carmen Zander werden in „Wild Women – Gentle Beasts“ noch die Dompteurinnen Namayca Baver aus Frankreich, Anosa Kouta aus Ägypten und Nadeschka Taschkantova aus Russland porträtiert.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen