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Ärger wegen Internet-Versandhändler : Döring kritisiert Albig wegen Amazon

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"Solche Aussagen schwächen die Verhandlungsposition".

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 07:47 Uhr

Neumünster | Da hat Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) bei seinen Parteifreunden in Neumünster wohl einen wunden Punkt getroffen: Die ziehen gegen eine mögliche Ansiedlung des Internet-Versandhändlers Amazon in Neumünster zu Felde, und nun fällt ihnen der eigene MP in den Rücken. So scheint die jüngste Äußerung von Albig im SPD-Büro am Großflecken angekommen zu sein.

Albig hatte am Mittwoch im Landtag gesagt: "Wenn ein Unternehmen wie Amazon Interesse zeigt, bei Neumünster ein großes Versandzentrum zu bauen, sage ich: Ja, wir haben in Schleswig-Holstein die Fläche, wir haben die Arbeitskräfte, wir haben die Autobahnanbindung" (der Courier berichtete).

Darauf reagierte gestern Uwe Döring, der neue SPD-Fraktionsvorsitzende in der Ratsversammlung. "Reden des Ministerpräsidenten sind immer von visionärer Vorstellungskraft geprägt. Mit der Erklärung, Amazon nach Neumünster holen zu wollen, ist er jedoch der Zeit zu weit voraus. Solche Aussagen schwächen die Verhandlungsposition der Stadt erheblich und verkennen die Entscheidungszuständigkeiten, die bei der Stadt und nicht beim Land liegen", teilte Döring mit.

Die SPD stimmt nach Dörings Angaben in der Beurteilung des Unternehmens Amazon mit dem Vorsitzenden des DGB, Uwe Polkaehn, überein. "Neue Arbeitsplätze sind gut! Aber auch bei Unternehmensansiedlungen muss da rauf geachtet werden, dass den Beschäftigten in einem Tarifvertrag faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen garantiert werden." Das sei in den Logistikzentren bei Amazon offensichtlich nicht der Fall, wie die dortigen Streiks zeigten. Neumünster dürfe nicht die Stadt der prekären Arbeitsverhältnisse werden, so Döring. Die Entscheidung falle außerdem in der Ratsversammlung und nicht im Landtag. "Dort gibt es genügend eigene Probleme, die auf eine Lösung warten", so Döring.

Die FDP Neumünster feixt sich eins. "Hallo Herr Albig, erklären Sie das mal Herrn Döring und der SPD in Neumünster", spottete der FDP-Kreisvorsitzende Reinhard Ruge in einer Stellungnahme. "Die wollen solche ,schlechten’ Arbeitsplätze nämlich nicht. Die SPD in Neumünster akzeptiert eher keine Arbeitsplätze als solche."

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