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Einzelhandel : DOC will die Sortimente erweitern

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Shopping-Center möchte auch Kosmetik und Süßigkeiten ins Programm nehmen und die Gastronomie ausdehnen

von
erstellt am 28.Jun.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | Gibt’s bald auch Schokolade, Goldbärchen und Körperlotion im größeren Stil im Designer-Outlet-Center? – Nicht ausgeschlossen. In einem dreiseitigen Schreiben an die Stadt bittet das Centermanagement an der Oderstraße jetzt um die erste Lockerung der Sortimentsauflagen, dreieinhalb Jahre nach Eröffnng.

Um den Einzelhandel in der Stadt vor dem mächtigen Konkurrenten auf der grünen Wiese zu schützen, dürfen im Outlet-Center etwa Lebensmittel oder so genannte „innenstadtrelevante Sortimente“ (wie etwa Uhren, Schmuck, Parfüm-Artikel etc.) bislang nur in eng begrenztem Rahmen angeboten werden. Auch das gastronomische Angebot ist bewusst eingeschränkt.

Im DOC möchte man die Angebote jetzt den veränderten Kundenwünschen anpassen. Das Management verweist dabei auf den zunehmenden Anteil von „Shopping-Touristen“, also auf Kunden, die länger als 90 Minuten mit dem Wagen anreisen, um sich im DOC umzuschauen. Ihr Anteil sei in den vergangenen Monaten auf 31 Prozent gestiegen. Für diese Gäste sei die bislang auf 1000 Quadratmeter begrenzte Aufenthaltsfläche in gastronomischen Betrieben „zu klein bemessen“, heißt es in dem Schreiben des DOC-Managements. Besonders an besucherstarken Tagen bildeten sich vor den Betrieben lange Schlangen. Bei Kundenumfragen werde das immer wieder bemängelt.

Tatsächlich gibt es im DOC für hungrige oder kaffeedurstige Besucher nur vergleichsweise wenige Anlaufstellen. Neben einer Nordsee-Filiale und einem Marché Mövenpick sind in den Shopping-Straßen derzeit eine Bäckerei (Tackmann) sowie zwei weitere (Eis)-Cafés (Giovanni L., Starbucks) zu Hause. Die DOC-Betreiber möchten die zulässige Fläche für Gastronomie um 200 auf 1200 Quadratmeter ausdehnen.

Gleichzeitig sollen die zulässigen Verkaufsflächen für Schuhe und Lederwaren um 400 auf insgesamt 2900 Quadratmeter, für Sportartikel um 300 auf 2300 Quadratmeter und für Uhren, Schmuck und Accessoires um 100 auf 600 Quadratmeter erweitert werden. Im Gegenzug soll die zulässige Verkaufsfläche für Wohneinrichtung auf 500 Quadratmeter halbiert werden. Der Anteil von 13 000 Quadratmetern für Bekleidung und Wäsche soll unverändert bleiben. Als neue Sortimente stehen Kosmetik sowie „Lebensmittel/ Spezialitäten“ mit 250 und 300 Quadratmetern Verkaufsfläche auf dem Wunschzettel der DOC-Betreiber. Dem Vernehmen nach haben etwa die Marken Lindt, Haribo und The Body-Shop Interesse an eigenen Läden an der Oderstraße.

Das DOC-Management unterstreicht in seinem Antrag, dass die maximale Gesamtverkaufsfläche von 20  000 Quadratmetern auch durch die angestrebten Änderungen nicht überschritten würde. Ob die Anpassungen genehmigt werden, entscheidet der Bauausschuss in seiner Sitzung am 7. Juli. Nach Auskunft der Stadt gibt es aus gutachterlicher Sicht keine Bedenken gegen die Anpassungen. Die Stadt stützt sich dabei auf Aussagen aus dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept (EHK), das gerade überarbeitet worden ist.

 

STANDPUNKT

von Jens Bluhm

Wenn es um eine Lockerung der Sortimentsauflagen geht, wird der Einzelhandel  der Stadt zu Recht hellhörig. Es gilt genau  zu verfolgen, wie Kaufkraftmagneten wie das DOC ihre Einflusszonen ausdehnen. Andererseits haben auch Handelsriesen das natürliche Recht, sich veränderten Kundenwünschen anzupassen.  Die Wünsche  des DOC sind nachvollziehbar  – und dürften die Innenstadt kaum  berühren. 

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