Arpsdorf : Diskussion zum Windpark

windrad

Gemeinde will ein Informationsgespräch mit dem Planer.

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04. Juni 2015, 07:15 Uhr

Arpsdorf | Ungewöhnlich gut besucht war am Dienstagabend die öffentliche Gemeindevertretersitzung in Arpsdorf. 15 Punkte standen auf der Tagesordnung. Für großes Interesse unter den 17 Gästen sorgte vor allem das Gespräch mit einem Projektplaner über einen möglichen Windpark.

Zum Hintergrund: Vor zwei Jahren hatte die Landesregierung in Regionalplänen für das ganze Land festgelegt, wo neue Windkraftanlagen aufgestellt werden dürfen. Als Grundlage galten Naturschutz, Baurecht und Bürgerentscheide.
Daraufhin lehnte eine große Mehrheit der Arpsdorfer während einer Bürgerversammlung den Bau von Windmühlen in ihrer Gemarkung ab. Am 20. Januar kippte das Oberverwaltungsgericht die Windkraft-Planung für das südliche und mittlere Schleswig-Holstein mit der Begründung „schwerwiegende Planungsfehler“.

Der Regionalplan war mit sofortiger Wirkung außer Kraft gesetzt. Grundstückseigentümer und Investoren, die bisher auf ihren Flächen keine Windparks bauen durften, konnten nun deren Bau unter Einhaltung von Natur- und Denkmalschutz sowie Abstandsregeln beantragen.

Das geht seit acht Wochen nicht mehr, denn die Landesregierung hat eine Veränderungssperre für zwei Jahre erstellt. Diese Zeit will sie nutzen, um einen rechtskonformen Regionalplan zu erstellen und damit dem „Wildwuchs“ von Windparkanlagen entgegenwirken.

Bei vielen Arpsdorfern sorgt dieses Hin-und-Her für große Verunsicherung. 26 Windräder gibt es bereits rund um die Gemarkung, jetzt zeigt ein Investor Interesse, drei weitere auf Arpsdorfer Gebiet zu bauen. Obwohl am Dienstagabend lediglich darüber abgestimmt werden sollte, ob die Gemeindevertreter zu Informationsgesprächen mit dem Projektierer bereit seien, schlugen die Wellen hoch. Schnell bildeten sich zwei Fraktionen: Die eine lehnte das Gespräch ab, da „ein Investor nicht objektiv informieren kann“. „Ich brauche keine Informationen von jemandem, der ganz klar eigene Interessen verfolgt. Wir sollten uns beim Amt informieren“, meinte etwa der stellvertretende Bürgermeister Jens Krügel, während Bürgermeister Peter Thomsen für ein Informationsgespräch plädierte. Er halte die Situation für akut, sagte Thomsen auf den Einwand: Die Veränderungssperre gelte schließlich noch zwei Jahre. Und die Arpsdorfer hätten sich bereits vor zwei Jahren eindeutig gegen Windmühlen entschieden.

„An dieser Entscheidung wird auch nicht gerüttelt. Darüber sind wir uns alle einig“, sagte Thomsen, trotzdem halte er es für wichtig, zu erfahren, wie das weitere Vorgehen eines potenziellen Investors sei. „Je besser man Bescheid weiß, um so besser kann man reagieren“, pflichteten Gunda Beckmann und Wilfried Hinkelmann dem Bürgermeister bei.

Am Ende stimmte der Gemeinderat bei zwei Enthaltungen mit 5:1 Stimmen für ein Informationsgespräch. „Wir streben ein Gespräch an, bei dem neben den Gemeindevertretern und Jens Lahrsen vom Bauamt auch die Öffentlichkeit anwesend sein kann“, sagte Peter Thomsen. 


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