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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 11:31 Uhr

Stadthalle : Diskussion für ein besseres Leben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

60 Gäste sprachen in der Stadthalle über das Thema Sterbehilfe.

shz.de von
erstellt am 14.Mär.2015 | 07:45 Uhr

Neumünster | Das Thema Sterbehilfe ist eines der bewegendsten Themen unserer Zeit. Zu einem intensiven Meinungsaustausch darüber kamen jetzt etwa 60 Gäste in der Stadthalle zusammen.

2015 sollen neue, grundlegende Regelungen zur Sterbebegleitung durch den Bundestag auf den Weg gebracht werden. Darum lud der Bundestagsabgeordnete Philipp Murmann (CDU) zu dieser Gesprächsrunde ein.

Neben dem Abgeordneten waren auf dem Podium Cay Nebendahl (ambulanter Palliativmediziner), Erika Koepsell (langjährige Krankenschwester im FEK und ehrenamtliches Mitglied der Hospizinitiative) und Propst Stefan Block vertreten.

Mediziner Nebendahl machte sich vor allem für den Ausbau der Hospizbewegung in Neumünster stark. Größtes Problem sei die Finanzierung. So müssten gut zehn Prozent der Kosten vom Hospiz selbst aufgebracht werden. Deswegen seien Hospize auf Spenden und ehrenamtliche Arbeit angewiesen.

Für eine stärkere obligatorische Selbstbeteiligung der Hospize sprach sich hingegen Erika Koepsell aus. Für sie sei dies ein Weg, über den die Gesellschaft stärker für den Prozess der Sterbebegleitung sensibilisiert werden könne. Eine moralische Unterstützung durch Familie und Ehrenamtliche sei genauso wichtig für den Kranken wie eine medizinische Betreuung. Das zeigten ihre Erfahrungen in der Hospizarbeit in Neumünster.

Eine stärkere Einbeziehung der Gesellschaft war auch für Propst Block ein wichtiger Aspekt. Die Rolle der Familie sei dabei zentral – unsere Gesellschaft brauche eine Kultur des offenen Gesprächs über unsere Vorstellungen im Fall eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung. Wünsche sollten am besten in Form einer Patientenverfügung oder durch eine Vorsorgevollmacht innerhalb der Familie frühzeitig angesprochen werden.

Einig waren sich die Teilnehmer hinsichtlich der Pläne des Bundestages: Sterbebegleitung solle weiterhin die Schmerzlinderung und Unterstützung von Schwächeren in ihren schwierigsten Momenten sein, nicht aber eine abrechnungsfähige Dienstleistung. Die Tätigkeit der sogenannten Sterbehilfevereine und ärztlich assistierter Suizid seien daher keine Lösung. Die passive und indirekte Sterbehilfe seien dagegen moralisch akzeptabel und schon heute eine Lösung in vielen schwierigen Situationen.

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