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Panne : Diesel statt Super: 100 Kunden betroffen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Panne an der SVG-Tankstelle Kieler Straße: Tankwagenfahrer verwechselte die Kraftstoff-Sorten. Betreiber übernimmt die Schäden

Conny Schröder musste innerlich fluchen. Am Sonnabend war die Bordesholmerin mit ihrem erst einen Monat alten Neuwagen morgens zum Einkaufen in die Innenstadt von Neumünster gefahren. Als sie mittags vom Parkplatz im Sager-Viertel wieder los fahren wollte, sprang der Wagen erst nach mehreren Versuchen an. „Im Auspuff hat es dann ordentlich geknallt, das Gas funktionierte kaum“, sagt sie. Rund einen Kilometer fuhr die 49-Jährige noch, dann stellte sie den Wagen auf einem Parkplatz ab und rief ihren Mann an. Seine erste Frage: „Hast Du Diesel statt Super getankt?“ Conny Schröder verneinte. Zwar hatte sie auf den Weg in die Stadt bei der SVG-Tankstelle an der Kieler Straße getankt, allerdings nachweislich Super – so steht es auch auf der Quittung. Doch wie ihr ging es am Wochenende vielen Tank-Kunden der Straßenverkehrs-Genossenschaft. Gestern räumte der Betreiber ein: In die Super-Tanks unter den Zapfsäulen ist versehentlich nicht Super, sondern Dieselkraftstoff gefüllt worden.

Der Fehler passierte dem Fahrer eines Tankwagens am Freitagnachmittag. Er verwechselte die Anschlüsse der Tanks, so dass sich das Diesel mit dem restlichen Super vermischte. „Am Sonnabend häuften sich die Beschwerden der Kundschaft, so dass wir alle Super-Zapfhähne sofort gesperrt haben“, sagt Rolf Hink von der SVG. Eine Fachfirma wurde gerufen, die allerdings nur werktags arbeitet. Sie stellte am Montagvormittag das Malheur fest. „Wir haben dann sofort die Behebung des Schadens eingeleitet. Die Tanks wurden abgepumpt, gereinigt und die Filter ausgetauscht“, erklärt Rolf Hink. Das kostete Zeit. Erst seit Dienstagmittag läuft der Betrieb wieder normal. Hink schätzt, dass knapp 100 Kunden falschen Kraftstoff bekommen haben. Anhand der Videoaufzeichnungen kann die Tankstelle genau nachprüfen, wer in der fraglichen Zeit an den Zapfsäulen war.

„Wir bedauern diesen Vorfall sehr und sichern selbstverständlich die Übernahme aller durch die Panne verursachten Kosten zu“, sagt Rolf Hink. Und das können laut Jörg Koepsell, stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung in Neumünster, schnell mal mehrere hundert Euro sein. „Die modernen Fahrzeuge haben kaum mehr einen Ablass vom Tank. Deshalb muss der ganze Tank ausgebaut und gereinigt werden.“ Hinzu kämen womöglich Kosten für einen neuen Katalysator. „Die Abgasreinigungsanlagen reagieren sehr sensibel auf falschen Kraftstoff“, sagt Koepsell. Er rät den Betroffenen, sich zur Sicherheit einen Anwalt zu nehmen. „Theoretisch können noch nach ein paar Wochen Folgeschäden entstehen“, sagt er. Auch Conny Schröder überlegt diesen Schritt: „Schließlich ist das Auto ja neu.“

Ein kleiner Trost bleibt: Hätten die Kunden Super in ein Dieselfahrzeug getankt, wäre der Schaden laut Koepsell noch deutlich heftiger ausgefallen. „Dann wäre vermutlich der Motor hin gewesen.“

 

 

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erstellt am 02.Sep.2013 | 12:45 Uhr

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