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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 02:01 Uhr

Diebstahl mit Waffen kommt teuer zu stehen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wer bei einem Diebstahl gefährliche Waffen dabei hat, muss mit einem ungleich höheren Strafmaß als ein Dieb ohne Waffen rechnen. Diese Erfahrung machte auch ein 30-jähriger Mann aus Aserbaidschan, der sich jetzt wegen einer Serie von Ladendiebstählen vor dem Amtsgericht an der Boostedter Straße verantworten musste.

Der junge Flüchtling aus Schackendorf (Kreis Segeberg) war im vergangen Frühjahr bei einer Diebestour durch verschiedene Kaufhäuser und Boutiquen auf dem Großflecken erwischt worden. In gleich vier Geschäften hatte er Jacken, Jeans und T-Shirts in eine mitgebrachte Reisetasche gestopft und versucht, die Sachen unbemerkt an der Kasse vorbeizuschmuggeln.

Sein doppeltes Pech: Als er erwischt wurde, stellten die Polizeibeamten nicht nur das Diebesgut, sondern auch einen Gürtel sicher, in dessen Schnalle ein Messer mit einer acht Zentimeter langen Klinge integriert war.

Der junge Mann, inzwischen nach eigener Aussage „islamisch verheiratet“ und „nicht mehr bereit, solchen Unfug zu machen“, räumte zwar die Diebstähle ein, empfand es aber als unfair, dass das Gericht ihn wegen des mitgeführten Messers härter bestrafen wollte.

Er habe zwar von dem Messer im Gürtel gewusst, sei aber nie auf die Idee gekommen, es auch einzusetzen, verteidigte er sich. Den präparierten Gürtel habe er auf dem Sperrmüll gefunden. Das darin versteckte Messer habe er in der Vergangenheit bestenfalls ab und an im Haushalt, etwa zum Öffnen von Konserven, verwendet, versicherte der Angeklagte.

Staatsanwältin und Richter mochten dem reuigen Dieb zwar glauben, aber dennoch nicht vom verschärften Strafmaß abweichen. Der Gesetzgeber sehe für den Diebstahl mit Waffen bewusst höhere Strafen vor, selbst wenn der Dieb die Waffe nicht einsetzt, erklärte der Richter dem Angeklagten. Immerhin könne es sein, dass der Dieb die Waffe doch einsetze, wenn er sich selbst bedrängt fühle. Davor will der Gesetzgeber mögliche Opfer mit der höheren Strafandrohung schützen.

Da das Gesetz für Diebstahl mit Waffen eine Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis (pro Tat) vorsieht, konnte das Gericht nur schwer unter dem Strafmaß bleiben, das auch die Staatsanwältin „errechnet“ hatte: Es verurteilte den Dieb zu neun Monaten Gefängnis. Weil es die erste Haftstrafe für den Mann war, wurde die Strafe auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

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erstellt am 14.Feb.2017 | 13:15 Uhr

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