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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 13:26 Uhr

"Die Woche der Elfmeter" raubt VfR den Nerv

vom

Drei Strafstöße binnen acht Tagen / Trainer Ervin Lamce zum 200. Mal auf der Bank der Lila-Weißen

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | "Ich bin absolut enttäuscht." Das erste Statement von VfR-Trainer Ervin Lamce nach dem Abpfiff der gestrigen Heimpartie in der Fußball-Regionalliga Nord gegen den VfB Oldenburg (1:3) sprach Bände. Der 40-Jährige, der zum 200. Mal in einem Meisterschaftsspiel als Hauptverantwortlicher auf der Bank der Rasensportler Platz genommen hatte, war weniger vom Resultat, sondern vielmehr von der Darbietung in den ersten 45 Minuten "geplättet". Lamce analysierte: "Wir haben nicht annähernd ein Zweikampfverhalten an den Tag gelegt." Und so war, so der VfR-Coach, der nur knappe Pausenrückstand das beste an den ersten 45 Minuten. "Wir hätten höher als nur 0:1 zurückliegen können", stellte Lamce völlig treffend fest. Dass seine Truppe, wie schon im DFB-Pokal gegen den Erstligaaufsteiger Hertha BSC, durch einen umstrittenen Elfmeter auf die Verliererstraße geriet, nahm er gelassen hin. "Ich kann die Szene nicht beurteilen, war zu weit weg. Was solls, wir müssen das ja ohnehin als gegeben hinnehmen", sagte Lamce, der allerdings festhielt: "Es hätte sich niemand beschweren können, wenn wir in der 90. Minute einen Strafstoß bekommen hätten, als Ali Moslehe zu Fall kam." Gerd Grümmer, 2. Vorsitzender des VfR, kommentierte angesichts von drei Strafstößen gegen die Lila-Weißen innerhalb von gerade einmal acht Tagen süffisant: "Das war die Woche der Elfmeter."

Oldenburgs Trainer Alexander Nouri gab sich bei der Pressekonferenz als Gentleman, hob nicht die eigenen Stärken, sondern die des Gastgebers VfR hervor: "Neumünster hat an Qualität gewonnen, hier werden nicht viele drei Tore schießen. Es war das erwartet schwierige Spiel für uns, wir mussten ans Limit gehen."

Die VfR-Kicker wussten, wo der Knackpunkt zu finden war: in der ersten Halbzeit. "Wir haben das gute Gefühl aus dem Hertha-Spiel nicht mitgenommen und nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", sagte Verteidiger Hannes Schäfke. Torwart Marcus Hesse pflichtete ihm bei: "Wir bringen uns immer wieder selbst in Schwierigkeiten und damit auch um den verdienten Lohn. Unsere erste Halbzeit war unterirdisch, später hatten wir aber genug Chancen, um das Spiel zu drehen." Zu den Elfmetern sagte der Ex-Aachener: "Der erste war klar berechtigt, vor dem zweiten findet der erste Kontakt zwischen Finn Thomas und Kevin Samide außerhalb des Strafraums statt."

Info am Rande: Die hart gesottenen VfR-Fans entschuldigten sich vor dem Anstoß bei Oldenburgs Schlussmann Mansur Faqiryar. Der Nationaltorhüter von Afghanistan war in der Vorsaison von einem Neumünsteraner "Holzkopf" rassistisch beleidigt worden. Über das Oldenburger Fan-Projekt hatten die organisierten Anhänger der Lila-Weißen Kontakt aufgenommen und sich gestern kurz mit Faqiryar getroffen. Der 27-Jährige nahm die Entschuldigung an.

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