Seniorenmagazin : Die Welt hat seit Jahrtausenden nichts gelernt

Das Foto zeigt deutsche Truppen an der Ostfront. Ausgelöst durch die tödlichen Schüsse auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand durch serbische Nationalisten am 28. Juni 1914 in Sarajevo brach im August 1914 der Erste Weltkrieg aus.
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Das Foto zeigt deutsche Truppen an der Ostfront. Ausgelöst durch die tödlichen Schüsse auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand durch serbische Nationalisten am 28. Juni 1914 in Sarajevo brach im August 1914 der Erste Weltkrieg aus.

Der Krieg für Ehre und Vaterland war unsinnig und hat so viel zerstört.

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27. Juni 2014, 12:00 Uhr

Neumünster | In diesem Jahr werden wir von allen Medien an den Ersten Weltkrieg erinnert, und das Grauen dieses Krieges wird mit Filmmaterial aus dieser Zeit und mit Zeugenaussagen ganz nah in unsere Wohnzimmer gebracht. Der Krieg für Ehre und Vaterland war unsinnig und hat so viel zerstört, Leben und materielle Werte. Es ist kaum zu glauben, dass nur 25 Jahre später ein neuer Krieg aus Machtgier und Größenwahn begonnen wurde. An diesen Krieg haben wir in unseren Jahrgängen eigene Erinnerungen, oft sehr schmerzvoll und nie zu vergessen.

Wir sind in unserem Land dankbar, dass wir seit fast 70 Jahren keine Kriegshandlungen erleben mussten. Wie nah und wie zentral wir uns in der Zeit bis zur Wende an den neuen Waffenlagern und vorbereitenden Absicherungen gegen eventuell neue Kampfhandlungen befanden, haben wir in größerem Ausmaß erst in den vergangenen 25 Jahren des Friedens erfahren. Aber aus allem Leid und der Sinnlosigkeit von Zerstörung hat die Welt nichts gelernt, übrigens seit Jahrtausenden nicht. Es kann sein, dass es an der allgegenwärtigen Berichterstattung liegt, dass es mir so vorkommt, dass Verantwortungslosigkeit, Geldgier und Machthunger immer größere Ausmaße annehmen. Das Ergebnis sind die unsäglichen Umstände, denen Menschen zu entfliehen versuchen, sei es aus Kriegen und Stammeskämpfen, sei es aus Gebieten mit Hunger und Not durch Korruption und Eigennutz einiger Mächtigen.

Und so stehen wir vor einer ähnlichen Situation wie nach jedem Krieg. Es gibt nicht nur Verluste an Leben und materiellen Gütern, sondern den Verlust der Heimat, der Wurzeln in Familie und der eigenen Kultur. Und all das wäre vermeidbar in Vergangenheit und Gegenwart, wenn Intelligenz und Verstand nicht für Macht- und Geldgier, Menschenverachtung und Egoismus missbraucht würden. Die Fähigkeit des Menschen, zu denken und zu handeln sollte doch für kluge Entscheidungen, für mehr Menschlichkeit, Anstand und Gewissen besser genutzt werden können – eine schöne Vision!

Das gesamte Seniorenmagazin zum Thema Erster Weltkrieg  finden Sie im Courier vom 27. Juni.

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