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Wanderschaft beendet : Die Walz prägt fürs Leben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Barne Schumacher kehrte nach vier Jahren und zwei Monaten von der Walz zurück.

Boostedt | Mit großem Hallo wurde Barne Schumacher am Sonnabend in Boostedt wieder willkommen geheißen. Vor vier Jahren und zwei Monaten war der damals 25-Jährige mutig über das Ortsschild geklettert, um als freier Geselle auf Wanderschaft zu gehen (der Courier berichtete). Nun kehrte der Zimmermann in seinen Heimatort zurück.

An gleicher Stelle wie im März 2011, hinter dem Ortsschild, warteten Familie, zahlreiche Freunde sowie die Freiwillige Feuerwehr auf den mittlerweile 29-jährigen, um ihm einen herzlichen Empfang zu bereiten. Doch die Geduld des Empfangskomitees wurde zunächst einmal auf die Probe gestellt. Denn für die letzten Meter ließen sich der Rückkehrer und seine Begleiter viel Zeit.

Gemeinsam mit 30 weiteren Wanderbrüdern und -schwestern, die sich Schumacher in den vergangenen Tagen angeschlossen hatten, kam er schließlich aber doch am Ortsschild an. Ein letztes Durchatmen, dann rauf auf die Wegmarke und nach dem Fallenlassen in die starken Arme seiner Feuerwehrkameraden war die Reise von Barne Schumacher zu Ende. Als Erste schloss ihn seine Mutter Herma glücklich in die Arme. Denn trotzdem der Sohn und die Eltern mehrmals jährlich Kontakt zueinander hatten, war ihr die Zeit doch lang geworden. „Die letzten Nächte habe ich nicht gut geschlafen. Ich bin aufgeregt und einfach froh, dass er wieder da ist“, sagte sie gerührt. Ebenfalls froh über die glückliche Heimkehr war auch Vater Klaus. „Er war ja lange weg. Jetzt kommt ein neuer Abschnitt. Schließlich wird er ja bald 30“, merkte dieser schmunzelnd an.

Es folgten zahlreiche Umarmungen, Küsschen und staunendes, vielfach ungläubiges Wiedererkennen. „Es ist so toll, dass ihr alle da seid“, rief Schumacher schließlich, bevor es zur gemeinsamen Party ins Feuerwehrhaus ging. Hier endete sein Abenteuer am Abend mit dem, von zotigen Sprüchen seiner Wanderbrüder begleiteten Ablegen der Kluft.

Auf seinen Wegen, die den Gesellen, der als Mitglied der FBS (Freie Begegnungsbruderschaft) wanderte, unter anderem durch Deutschland, Skandinavien, den Balkan und Griechenland führten, hat es unzählige Begegnungen gegeben. Immer wieder neue Erfahrungen bei Bauprojekten, Straßenbekanntschaften, Feste und Feiern, gemeinsame Strecken mit anderen Wandergesellen, neue Freunde, zahlreiche Abschiede und vieles mehr gehören jetzt zu seinen Erinnerungen. Um in Ruhe davon zu erzählen, war Barne Schumacher am Sonnabend zu aufgeregt. „Fest steht, der der wiederkommt, ist in keinem Fall der, der gegangen ist. Eine Wanderschaft prägt jeden für den Rest des Lebens. Das gilt für die zukünftigen guten Tage wie für die schlechten“, erklärte dazu sein Wanderbruder Mathias Speizer aus Freiburg, der als Tischler ebenfalls seit vier Jahren auf der Walz ist.





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