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Happy End : Die unglaubliche Reise von „Hasi“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Plüschhase aus Neumünster ging auf einer Tankstelle in Bayern verloren / Eine Familie aus dem Münsterland fand ihn

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Ein Stofftier aus Neumünster hat eine abenteuerliche Reise quer durch Deutschland hinter sich. „Hasi“ ging in Bayern verloren und wurde von der Familie Uennigmann aus Laer bei Münster gefunden. Der Plüschhase trifft vermutlich heute wieder in Neumünster ein. 85 000 Menschen klickten eine „Hasi“-Anzeige im Internet an, verfolgten sein Schicksal.

Die Odyssee des Stoffhasen begann in der Nacht auf den 21. Dezember. Auf dem Weg in den Skiurlaub nach Österreich fuhren Verena Uennigmann (33), ihr Mann Jörg und die Kinder Tineke (8), Fiete (6), und Pit (2) und Nilla (5 Monate) aus Nordrhein-Westfalen die Autobahn 7 entlang. Nachts machte der Familientrupp Halt auf einer Raststätte irgendwo in Bayern. Ein Fahrerwechsel stand an, außerdem mussten beim kleinen Pit die Windeln gewechselt werden. Verena Uennigmann fiel ein VW Bus „Bulli“ an der Tankstelle auf. „Ich mag diese Autos sehr. Darum merkte ich mir das NMS-Kennzeichen“, sagte Verena Uennigmann (33) gestern zum Courier. Sie und ihre Familie kamen vom Wickeln zum Auto zurück und sahen, wie der Bulli fortfuhr. Auf dem Boden lag das Plüschtier. Verena Uennigmann machte sich sofort Gedanken: „Der sah sehr geliebt aus, hatte auf einem Halstuch den Namen ,Ida’ eingestickt.“ Als Mutter von Kindern mit heiß geliebten Stofftieren weiß sie: „Da ist jetzt jemand ganz, ganz traurig.“ Also nahmen sie den Hasen mit, fuhren weiter auf der A 7 und hielten Ausschau, doch der Bus aus Neumünster war ihnen wohl zu weit voraus.

„Hasi“ fuhr also weiter mit der Familie in den Urlaub. Die Mutter hatte ihren Kindern „aufgetragen“, den Hasen zu trösten – was auch alle machten. Abwechselnd schlief er bei einem der Kinder, wurde mitgenommen auf die Skipiste, feierte mit Weihnachten und wurde mit Argusaugen bewacht und behütet. Dann ging es wieder nach Hause, „Hasi“ feierte Silvester im Münsterland.

Wie konnten sie aber versuchen, den Hasen zurück in sein eigenes Zuhause zu bekommen? Die Uennigmanns hatten die Idee, eine Kleinanzeige im Internet bei Ebay zu veröffentlichen und die Neumünsteraner Familie zu suchen. „Liebe Ida, mir geht es gut“, sagt „Hasi“ dort auf einem Stuhl sitzend. „Das war am Freitag gegen 18.40 Uhr. Als wir später an den Computer gingen, hatten bereits fast 2000 Menschen den Text angeklickt. Das steigerte sich über das Wochenende, jetzt sind es etwa 85 000“, berichtete Verena Uennigmann gestern. Es kamen auch diverse E-Mails, in denen sie zu der niedlichen Aktion beglückwunscht wurden.

Am Sonnabend kam dann eine Mail aus Neumünster – von der richtigen Familie! „Die Mutter nannte auch noch etwas, was an der Innenseite des Tuches eingestickt war, also etwas, was sonst niemand wissen konnte. Da war es klar, dass es ihr Hase ist“, sagt Verena Uennigmann.

Ihre Kinder schrieben noch Zettel mit guten Wünschen für „Hasi“, der, wie sich herausstellte, „Lotta“ heißt. Für sie war es selbstverständlich, dass der Hase wieder zurück muss, das würden sie sich auch selbst wünschen, wenn sie ein Stofftier verlieren.

Wem „Lotta“ gehört? Die Familie hat sich nach einem erneuten Kontakt der Familie Uennigmann bisher nicht beim Courier gemeldet.

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