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Kinobühne : Die unbekannten Seiten des Federviehs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Pinguine und Krähen verblüfften die Besucher auf der Kinobühne im Theater. Internationales Naturfilmfestival Green Screen zeigte zwei preisgekrönte Naturfilme

Neumünster | Pinguine tollpatschig? Krähen aggressiv? Von wegen! Wer am Dienstag die Kinobühne besuchte, kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Pinguine offenbarten Beharrlichkeit beim Klettern, und Krähen bewiesen ihre große Geschicklichkeit als Werkzeugmacher. „Pinguine hautnah“ und „Superhirne im Federkleid“, so die Titel der beiden Naturfilme, die Johanna Göb, Initiatorin der Kinobühne, Programmchef Arne Sommer und Michael van Bürk vom Internationalen Naturfilmfestival Eckernförde „Green Screen“ den 160 Besuchern während der beiden ausverkauften Vorstellungen präsentierten.

„Ich freue mich, Ihnen heute zwei Preisträger unseres Festivals zeigen zu können“, begrüßte van Bürk das Publikum. „,Pinguine hautnah‘ vom englischen Regisseur John Downer wurde 2014 von der Fachjury als ,Bester Film‘ ausgezeichnet, mit seinem Drehbuch zum Film ,Superhirne im Federkleid‘ konnte sich der Wissenschaftsjournalist Volker Arzt gegen 200 Konkurrenten durchsetzen und gewann den Preis ,Bestes Script‘“, vermeldete van Bürk.

„Beide Filme widmen sich Vögeln, beide wurden mit hohem technischen Aufwand produziert, und beide könnten unterschiedlicher kaum sein“, verriet er dem Publikum.

Im wahrsten Sinne des Wortes hautnah begleitet der Zuschauer die „hingebungsvollsten Eltern im Reich der Natur“, wie es in der Inhaltsangabe zum Film „Pinguine hautnah“ heißt. Mit Hilfe sogenannter Spy-Cams, ferngelenkter Pinguin-Attrappen mit versteckten Kameras, dokumentierte John Downer das gefühlvolle und zuweilen sehr amüsante Verhalten von Pinguinen während ihrer Reise zu den angestammten Nistplätzen. Dass Dowland über Monate hinweg gleich drei Pinguinarten in ihrem Alltag begleitete, macht den Film doppelt interessant.

Eine Faszination ganz anderer Art übten die Protagonisten des zweiten Films aus. Auf den Inseln Neuseelands und Neukaledoniens lebende Krähen und Keas haben sich im Laufe ihrer Evolution zu grandiosen Werkzeugmacher entwickelt. Filmemacher Volker Arzt geht in seiner Dokumentation den Fragen nach: Wie viel verstehen die Tiere eigentlich von dem, was sie tun? Originelle Tests mit zahmen Krähen und Papageien belegen deren ungewöhnlichen Technik-Verstand. Volker Arzt zeigt, dass trockene Wissenschaft locker und verständlich übersetzt werden kann. Die Veranstalter der Kinobühne bewiesen einmal mehr ihr gutes Händchen bei der Filmauswahl.



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erstellt am 26.Feb.2015 | 09:00 Uhr

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