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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 21:37 Uhr

Wasbek : Die Turnhalle ist Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Während der Bagger seit gestern in Wasbek die Wände umreißt, scheint das Bürgerbegehren zu scheitern.

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 07:15 Uhr

Wasbek | Seit gestern wird die Wasbeker Sporthalle dem Erdboden gleichgemacht. Ein 25 Tonnen schwerer Bagger frisst sich durch Mauerwerk und Dach der rund 45 Jahre alten Halle. Mit einem Stemmhammer rückte der Baggerfahrer dem Stahlbetonskelett zu Leibe. Um die Mittagszeit war bereits eine Mauer komplett zerkleinert, so dass die vielen Zaungäste einen offenen Blick in das Gebäude hatten. Unter Beifall insbesondere der Kinder wurde schon ein Stück des Dachs herunter gerissen. Am Abend war die Halle dann schon Geschichte.

Auf Ketten schob sich die schwere Maschine über Steinberge und sortierte noch vor Ort die Materialien. „Die kommen auf unsere Bauschuttdeponie nach Großenaspe und werden verwertet“, sagte Projektleiter Karl-Heinz Krüger von der Firma Ernst Krebs.

„Die Halle war überhaupt nicht gedämmt. Das war eine Energieverschwendung sondergleichen. Die Entscheidung war richtig“, kommentierte der Bauausschussvorsitzende Reiner Großer (CDU). Rund 30  000 Euro kostet der Abbruch.

Vor etwa drei Wochen hatten Handwerker aus Wasbek, der Sportverein (SV) und die Schule mit dem Ausräumen der Halle begonnen. Die Schüler werden wie auch ein Teil des SV in die Padenstedter Halle ausweichen. Einige Angebote des Vereins finden im Mehrzweckraum statt.

Im Zuge der Arbeiten wird auch gleich die Stromanlage für das Flutlicht runderneuert. Die soll dann zentral von einem neuen Geräteraum steuerbar sein. Außerdem werden die beiden Garagen des SV versetzt, die Schule bekommt eine neue. Wenn Montag die Schule wieder beginnt, werden die gröbsten Abrissarbeiten erledigt sein.

Bürgermeister Karl-Heinz Rohloff (CDU) begrüßte gestern den Beginn der Abrissarbeiten. „Ich freue mich stellvertretend für viele Wasbeker Bürger, dass jetzt alles auf den Weg gebracht wird und die Zweifeldhalle gebaut werden kann“, erklärte er.

Auch wenn die Bagger jetzt am Werk sind, schwelt im Dorf weiter der Streit um Abriss und Neubau (der Courier berichtete). Momentan warten die Ortspolitiker auf die endgültige Entscheidung über das Bürgerbegehren durch die Kommunalaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Vertreter der Bürgerlichen Mitte Wasbek (BMW) hatten die Sache initiiert und ausreichend Unterschriften vorgelegt. Die Kritiker um Lars Jöhnk, Uwe A. Pauschardt und Manfred Saggau wollen damit einen Bürgerentscheid herbeiführen, um den geplanten Neubau zu verhindern und eine kostengünstigere Lösung durchzusetzen. Sie hatten das Bürgerbegehren deshalb mit dieser Fragestellung eingereicht: „Soll anstelle der geplanten 2,7 Millionen teuren Zweifeldhalle eine preiswertere Hallen-Lösung angestrebt werden, um die geplanten Schulden von 2 Millionen Euro für Wasbek zu reduzieren?“

Zurzeit sieht es jedoch so aus, als ob das Bürgerbegehren gekippt wird. In einem Schreiben der Kommunalaufsicht an die Gemeinde vom 31. März 2016, das dem Courier vorliegt, heißt es: „Die von mir auf der Grundlage (...) der Gemeindeordnung (...) bisher durchgeführte Prüfung hat ergeben, dass die Voraussetzung für eine Zulässigkeit des Bürgerbegehrens nicht gegeben ist.“ In seiner Begründung kritisiert der Kreis unter anderem, dass die Frage an die Bürger zu unpräzise gestellt sei. „Ohne genaue Bezeichnung einer konkreten Maßnahme und durch die unpräzise Formulierung ,preiswerte Hallen-Lösung‘ ist diese Fragestellung nicht hinreichend bestimmt. Die Bürger müssen schon aus der Fragestellung erkennen können, für oder gegen was sie ihre Stimme abgeben. Aufgrund der nicht hinreichend bestimmten und suggestiven Fragestellung und der nicht eindeutigen Begründung beabsichtige ich, die Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens festzustellen“, schreibt die Behörde. Mit einer endgültigen Entscheidung ist in der übernächsten Woche zu rechnen. „Wir müssen jetzt noch bis zum 15. April abwarten, ob dazu noch Einlassungen kommen“, hieß es auf Nachfrage von Seiten der Kommunalaufsicht. Bürgermeister Rohloff bestätigte den Eingang des Schreibens und sagte: „Die Gemeinde hat bereits ihre Stellungnahme abgegeben und teilt die beabsichtigte Rechtsentscheidung der Kommunalaufsicht.“



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