Die Theorie von Tschaikowsky

Dr. Gero Ehlert griff während seines Vortrags immer wieder auch in die Tasten.
Dr. Gero Ehlert griff während seines Vortrags immer wieder auch in die Tasten.

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15. März 2015, 11:13 Uhr

Einen Vortrag über die Ballettvertonungen von Pjotr Tschaikowsky (1840-1893) hielt am Donnerstagabend Dr. Gero Ehlert in der Stadtbücherei. Der russische Komponist von Schwanensee, Dornröschen und dem Nussknacker ist in diesem Sommer die Zentralfigur des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. Doch der Anlass des Vortrags war ein anderer, wie Thorsten Kehl von der Volkshochschule erklärte: „Das ist heute ein erster Versuch, ein neues Format zu etablieren und einen festen Kreis von Musik-Liebhabern anzusprechen.“

Andreas Dreibrodt von der Musikabteilung der Bücherei erklärte den lange gehegten Wunsch: „Wir möchten eine Lücke füllen. Wir wollen einen Musikkurs für klassische Musik ins Leben rufen.“ Immerhin fanden sich zur Premiere ein Dutzend Klassikfreunde ein. Eine von ihnen war Kerstin Golz, die als Musiklehrerin in Bad Bramstedt arbeitet. Die kundige Musikerin spielt Klavier und Saxofon und stellte fest: „In Neumünster gibt es viele musikalische Veranstaltungen, aber so etwas hat hier noch gefehlt. Schön, dass nun auch Musiktheorie geboten wird. Außerdem liebe ich Tschaikowsky!“

Den besonderen Reiz bezog der Vortrag des Musikwissenschaftlers aus den Hörbeispielen, und hin und wieder griff Ehlert auch selbst in die Tasten des Flügels. So etwa, als er auf die Entstehungsgeschichte von Schwanensee einging: „Es besteht eine Verwandtschaft zu Franz Schuberts ,Unvollendeter’ und es gibt Bezüge zu Richard Wagners ,Lohengrin’.“ Als besonderes Merkmal hob Ehlert hervor : „Tschaikowsky vermochte musikalisch psychologisierend Stimmungen zu erfassen.“

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