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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 05:54 Uhr

Winterreifen : Die Termine werden knapp

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Saison in den Werkstätten läuft auf Hochtouren. Der Kraftfahrzeugverband rät außerdem zum kostenlosen Lichttest.

Neumünster | O bis O – diese Faustregel zu den Winterreifen ist im Volksmund weit verbreitet. Die Regel besagt, von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren, da in dieser Jahreszeit vermehrt mit Nässe und Glätte gerechnet werden muss. Viele Neumünsteraner leben offenbar nach dieser Regel, denn in den Werkstätten werden die Termine für den Reifenwechsel schon langsam knapp.

Der Kraftfahrzeugverband Schleswig-Holstein sowie Autohändler und erfahrene Mechaniker raten jetzt zum Aufziehen der Winterreifen. Michael Ihle ist Landespressesprecher des Verbandes und rät zur rechtzeitigen Planung: „Um Engpässe und lange Wartezeiten in Werkstätten zu vermeiden, sollte man sich frühzeitig um einen Termin kümmern. Denn wenn es erstmal richtig kalt wird, ist das der Startschuss für alle.“ In diesem Jahr sei der Saisonstart wegen des guten Wetters Ende September und Anfang Oktober leicht verschoben, sagte Ihle. „Im September war es zu warm, um an den Reifenwechsel zu denken. Jetzt sind aber morgens teilweise draußen nur noch 7 Grad und weniger, was eindeutig dafür spricht, jetzt zu handeln und das Auto winterfest zu machen“, sagte der Landespressesprecher.

Dazu gehört für ihn auch der kostenlose Lichttest, den alle Werkstätten im Kfz-Verband anbieten. „Mir persönlich fällt es oft auf, dass viele Autos mit defekten Scheinwerfern unterwegs sind. Dabei gilt auch hier das Motto ,Sehen und gesehen werden’, denn jetzt wird es früh dunkel und morgens spät hell, also eine gefährliche Jahreszeit. Bei rund 30 Prozent der Fahrzeuge wird beim Lichttest ein Defekt festgestellt“, erklärte Ihle.

Dass der Kundenansturm bereits begonnen hat, spürt auch Nico Liedkte, der Inhaber vom Auto-Service Liedtke: „Wir wissen gar nicht, wo uns der Kopf steht, weil wir so viel zu tun haben. Wir sind hier in der Werkstatt zu zweit und bewältigen den Ansturm. Wir arbeiten ein Auto nach dem anderen ab und stehen leider unter Zeitdruck. Natürlich geben wir trotzdem unser Bestes für die Kunden.“

Auch bei Toyota Oswald von Inhaber Frank Oswald gibt es viel zu tun. „Wegen der ganzen Reifenwechsel sind wir sehr ausgebucht. Viele unserer Kunden nehmen unser Angebot, die Reifen auch fachgerecht einzulagern, in Anspruch. Fünf Mitarbeiter führen die Wechsel durch“, erklärte der Fachmann.

Beim Reifen- und Autoservice Tyrexpert werden aktuell rund 600 Reifensätze gelagert. „Wir lagern hier momentan 444 Wintersätze und 145 Sommersätze. Das bedeutet, wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, denn die 444 Sätze sollten im Idealfall natürlich auch noch alle getauscht werden“, sagte der Niederlassungsleiter Roland Grätz.

Auch beim Autoservice Klopp gibt es Überstunden, weil der Ansturm zum Reifenwechsel groß ist: „Es gibt Tage, an denen fangen wir morgens um 6 Uhr an und sind abends um 22 Uhr erst fertig. Wenn die Reifen rauf müssen, müssen sie rauf, es nützt nichts. Im Frühjahr ist es etwas entspannter, weil es nicht so dringend ist wie im Herbst“, sagte der Inhaber Rainer Klopp. Bei ihm in der Werkstatt lagern ungefähr 200 Reifensätze, von denen rund ein Drittel schon getauscht wurde. „Momentan haben wir ordentlich zu tun. Die allerersten Kunden kamen schon im September. Aber wie jedes Jahr werden wir auch diesmal Kunden haben, denen erst beim Eiskratzen einfällt, dass es längst Zeit für die Winterreifen ist. Das haben wir einfach jedes Jahr wieder“, sagte er schmunzelnd. Trotzdem rät er jedem Autofahrer, sich rechtzeitig zu kümmern: „Die Regel O bis O stimmt, und die sollte sich jeder merken.“

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