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Zikita : Die tägliche Zeitung erklärt die Welt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jeden Tag entdecken die Kinder im Brügger Montessori-Kinderhaus Spannendes und Neues im Courier.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Seite für Seite wird umgeblättert, geschaut, gefragt – und es gibt immer etwas Neues zu entdecken: Der Holsteinische Courier ist seit zwei Wochen im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Kita“ (Zikita) tägliche Lektüre für die Kinder des Montessori-Kinderhauses St. Johannis in Brügge. Die interessantesten Bilder werden für die persönliche Zikita-Mappe ausgeschnitten – und die Geschichte dazu eifrig diskutiert.

Und so haben die Kinder eine Menge zu erzählen. An diesem Tag prangt der Publikumsliebling des großen Reitturniers in den Holstenhallen auf dem Titel – die Pferde und Reiter der Pferdesportgemeinschaft Süderlügum finden alle schick. In ihren Heften kleben aber auch Fotos, die mit eigenen Interessen zu tun haben: Bei Jonatan (6) sind es die Pferde, Linn hat neben dem Foto von einem Bergungsschiff den Artikel „Interview mit einem Klavier“ aufbewahrt: „Ich spiele zwar kein Instrument, würde aber gerne“, sagt die Sechsjährige. Felicia (6) hat ein Katzenbild als Favoriten: „Wir haben vier Katzen zu Hause, die heißen Peter, Mio, Floki und Skadi.“ Jano (6) spielt gerne Fußball und hat daher auch ein solches Foto.

Auch ernste Themen spiegeln sich in den Bildern wider und erzählen dramatische Geschichten: Lennik (5) hat das Pressefoto des Jahres mit einem Flüchtling ausgewählt, der sein Baby am Grenzzaun von Ungarn durch Stacheldrahtrollen reicht. Bei Luis (6) ist es das Foto von einem Tsunami. „Das ist ein großes Unglück“, sagt er. Für Diskussionen hat das Foto eines Panzers gesorgt: „Die sind nicht lustig“, sagt Conrad (6). Er hat ein Foto von Euro-Geldscheinen in seinem Heft – und schon geht die Diskussion los: Kann man mit 4000 Euro ein Haus kaufen? Schon eher ein Auto? Und wie viel kostet ein Porsche?

Zeitungen liegen bei vielen zu Hause, aber so intensiv damit beschäftigt haben sich die Kinder damit noch nie. Und die Zeitung sorgt für täglichen Gesprächsstoff, zum Beispiel als ein Artikel über Burger abgedruckt war. Was essen alle am liebsten? China-Nudeln, Spinat mit Fischstäbchen und Ei, Lasagne, Nutella oder Pommes „Schranke“. Mächtig lustig fanden sie die Babys: „Eines hatte ein T-Shirt von den Toten Hosen an, ein anderes eines von Wacken – da war mein Vater, und es war schlechtes Wetter, da ist ihm das Zelt weggeflogen“, ruft Jano begeistert. Alle sind sich einig: „Die Zeitung verrät, was in der Welt passiert“, Luis weiß: „Da sind spannende Sachen drin.“ Und man kann auch noch so viele andere Dinge machen mit der Zeitung: Die Kinder haben sie durchgerissen, geknüllt, geknickt und gefaltet, Geräusche mit ihnen gemacht, Trommelstöcke aus der Zeitung gebastelt oder eine Trompete.

Zum fünften Mal ist das Kinderhaus dabei. „Die Zeitung holt die zurückhaltenden Kinder hervor, Kinder, die sonst nicht viel reden, tun es und kommen aus sich heraus. Sie kommen auch mit den anderen Kindern ins Gespräch, und zuhause mit den Eltern.

Neben dem sozialen Miteinander fördert die Zeitung aber auch die Lesekompetenz. Und sie dient der Wissensvermittlung“, sagt Rita Britschin, sozialpädagogische Assistentin, die die Zikita-Kinder betreut.

Ein Beispiel war die Katze, die in einem Fenster eingeklemmt war und von der Feuerwehr befreit wurde: „Da haben wir ganz viel über die Feuerwehr gesprochen.“ Ihr Urteil ist klar: „Zikita ist pädagogisch wertvoll, eine schöne Sache.“

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