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Landschaftsarbeiten : Die Stör wird renaturiert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Milchtrockenwerk will warmes Wasser einleiten und bezahlt Arbeiten für eine bessere ökologische Struktur.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Auf den ersten Blick sieht es derzeit wüst aus entlang der Stör im Bereich zwischen Boostedter und Altonaer Straße. Bagger und große Trecker haben Furchen hinterlassen und Schneisen zum Fluss gefahren. Doch Diplom-Biologin Maren Rohrbeck vom Landschaftsingenieur-Büro Greuner-Pönicke aus Kiel beruhigt: „Wenn die Maßnahme abgeschlossen ist, wird alles wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.“ Sie meint damit die Arbeiten zur Verbesserung der ökologischen Struktur des Flusses. Sie sollen in einer Woche beendet sein.

Maren Rohrbeck hat sie geplant und begleitet nun die Umsetzung durch die Firma Peters aus Nordermeldorf (Kreis Dithmarschen). In den 50er-Jahren wurde die Stör auf diesem Gebiet begradigt. Um die Fließgeschwindigkeit zu mindern, wurden Betontreppen, sogenannte Sohlabstürze, eingebaut. Diese werden nun entfernt und gegen Sohlgleiten ausgetauscht. Gleichzeitig entstehen durch das Einbringen von abgetragener Erde, Geröll und Kiessubstrat sowie Totholz wieder kleine Mäander. Große Steine mitten im Flussbett bewirken unterschiedliche Strömungen und Wirbel im Wasser. „Davon profitieren Fische wie Lachse oder Neunaugen, Kleinstlebewesen, Insekten und die bisher eher arme Vegetation“, erklärt Jörg Rowehl vom Fachdienst Umwelt und Bauaufsicht. Entsprechende Erfolge konnten bereits einige Kilometer flussabwärts zwischen Padenstedt und der Bünzau-Mündung verzeichnet werden, wo nach der Renaturierung nun wieder mehr Arten vorkommen.

Die Arbeiten auf dem gut 1,5 Kilometer langen Stück in Neumünster werden finanziert von der Milchtrockenwerk Norddeutschland GmbH, die am Donaubogen im Industriegebiet Süd eine neue Anlage errichtet. Sie sind Teil der von der Stadt geforderten Ausgleichsmaßnahmen. Denn die Meiereigenossenschaften Wasbek, Barmstedt, Schmalfeld-Hasenmoor und Uelzen als Betreiber wollen mit geplantem Produktionsstart ab kommenden Jahr ihr Kühl- und Brüdenwasser (Wasser aus der Trocknung) in den Harwehgraben ableiten, der in die Stör fließt. „Das ist hier aber keine Alibi-Maßnahme, um hinterher das Wasser wieder zu verschlechtern“, hebt Heinrich Kautzky, Fachdienstleiter Umwelt und Bauaufsicht, hervor. Die Natur werde nachhaltig verbessert. „Die Auflagen für das Milchtrockenwerk sind sehr streng. Das Wasser wird schon auf dem Firmengelände gekühlt“, sagt Kautzky. Die Temperatur der Stör steige maximal um unbedenkliche 1,5 Grad. Und: „Die Wassermenge der Stör bleibt trotz Einleitung fast gleich. Niemand in Wittorf säuft durch das Trocknungswerk ab.“

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