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Boostedt : „Die Stimmung hier ist ganz entspannt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Dutzend Soldaten und Hunderte von Flüchtlingen teilen sich das Kasernen-Gelände.

von
erstellt am 18.Sep.2015 | 07:00 Uhr

Boostedt | Eigentlich sollte der verbliebene Teil der Rantzau-Kaserne in Boostedt erst zum Jahresende als militärisches Sicherheitsgelände aufgegeben werden. Doch seit einigen Tagen bereiten Koordinatoren der Besonderen Aufbauorganisation der Landespolizei (BAO) die Unterbringung von Flüchtlingen fast auf dem gesamten Gelände vor(der Courier berichtete).

„Einzelabgaben von Gebäuden machen in Anbetracht der Lage keinen Sinn mehr. Und da sich keine Waffen oder anderes relevantes Material mehr auf dem Gelände befinden, wurde die Kaserne bereits jetzt von der Bundeswehr freigegeben“, erklärte Kasernen-Kommandant, Oberstleutnant Volker Pietschmann. „Wir benötigen nur noch vier Gebäude, um die Abwicklung der Kaserne endgültig zu vollziehen. Rund ein Dutzend Soldaten wird damit noch bis zum Jahresende beschäftigt sein“, erläuterte er weiter. Doch diese Arbeiten seien ein reiner Verwaltungsakt, auf den der Einzug der Flüchtlinge keinen Einfluss habe. Die genutzten Gebäude werde man gegen den Zutritt mit Abzäunungen sichern, ebenso wie Flächen, die Gefahren für spielende Kinder darstellten sowie Geländeteile, in denen die Verkehrssicherheit gewahrt werden müsse, so Pietschmann weiter.

Auch der Haupteingang an der Von-dem-Borne-Straße bleibe bis zum endgültigen Abzug der Bundeswehr bewacht und werde lediglich als Logistikeinfahrt genutzt. „Ich sehe diese Lösung als unproblematisch an, da es auch bisher keinerlei Probleme mit den Flüchtlingen gegeben hat“, berichtete er. Eine endgültige Zeitschiene für die Belegung der Gebäude gebe es noch nicht, da sich diese baulich in unterschiedlichem Zustand seien.

„Die Zusammenarbeit mit der Landespolizei läuft hier vorbildlich. Die wissen, was sie tun, und die Mitarbeiter zeigen ein enormes Engagement. Die Kommunikation ist hervorragend. Alles wird im Sinne der Notwendigkeit abgearbeitet. Deshalb ist die Stimmung hier ganz entspannt“, lobte Pietschmann die BAO.

Für sich persönlich merkte der 53-jährige Berufssoldat und Boostedter, der seit 1984 immer wieder in der Rantzau-Kaserne stationiert war, allerdings dann doch an: „Beim Abschlussappell im April war mir das endgültige Ende noch nicht so bewusst. Doch jetzt habe ich schon ein bisschen Bauchgrummeln“. Wo er zukünftig arbeiten wird, steht für Pietschmann noch nicht fest. „Aber wir werden zumindest bis zu meiner Pensionierung in rund sechs Jahren auf jeden Fall in Boostedt wohnen bleiben. Das ist sicher“, erklärte er.

 



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