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Grossenaspe : Die Stimmen wurden zu einem Klangwunder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Hamburger „Ensemble vocal“ begeisterte die Zuhörer in der Katharinenkirche.

Grossensape | „Friede ist ein Geschenk, und Friede ist eine Aufgabe“, sagte Professor Ernst-Ulrich von Kameke während seiner Begrüßungsrede am Sonnabendnachmittag vor 150 Gästen in der Katharinenkirche. Mit dem Engagement des Hamburger „Ensemble vocal“ war es dem künstlerischen und organisatorischen Leiter der Veranstaltungsreihe „Klassik in Großenaspe“ einmal mehr gelungen, hochkarätige Musiker in die kleine Gemeinde zu holen.

Darüber freute sich auch der Schirmherr der Veranstaltung, Torsten Klinger: „Kunst findet immer dort eine Heimat, wo sie von ganzem Herzen angenommen wird“, sagte der Bürgermeister und nahm mit seinen einleitenden Worten die Stimmung während des einstündigen Chorkonzertes vorweg. Denn bereits beim ersten Stück, dem 1987 von Krzysztof Penderecki komponierten „Cherubinischen Lobgesang“, öffneten sich die Herzen der Besucher sichtbar. Strahlendes Staunen in den Kirchenbänken ob des wunderbaren Gesanges.

Homophon voll bis hin zu differenziert filigran gestalteten die 28 Laiensänger unter der Leitung von Cornelius Trantow einen Gesamtklang, der den Zuhörern den Atem nahm. Innerhalb von Sekunden füllte sich der gesamte Kirchenraum mit außergewöhnlicher Musik. Jubelnder Beifall folgte.

„Wir haben unser Programm mit ‚Da Pacem (Verleih uns Frieden) 70 Jahre nach Kriegsende‘ betitelt“, wandte sich Cornelius Trantow nach dem ersten Stück an das Publikum. Frieden sei jedoch mehr als die Abwesenheit von Krieg. „In den zehn Chorwerken des 20. und 21. Jahrhunderts, die wir Ihnen präsentieren werden, geht es auch um den inneren Frieden und um den Frieden mit der Natur“, erklärte der Chorleiter. „Bei Penderecki haben Sie bereits die meditativen Aspekte des inneren Friedens vernommen. In den Werken von Jósef Swider, Sven-David Sandström und Roderick Williams steht die Erlösung im Fokus. Bei Swider wird sie von Gott erhört, bei Sandtröm geschieht das Gegenteil“, erläuterte der studierte Kirchenmusiker.

So verschieden die Komponisten die Aspekte zum Thema „Bitte um Erlösung“ verarbeiteten, so unterschiedlich war ihre Musik und so gleichbleibend hoch blieb die Qualität der Sänger. Das sollte sich auch im zweiten und dritten Block des Konzertes nicht ändern. Staunend fragte sich das Publikum so manches Mal, woher der Bass die Tiefen nahm, und es zeigte sich tief beeindruckt vom flüsternden Gesang des gemischten Chores.

Arnold Schönbergs 1911 komponiertes „Frieden auf Erden“ bildete den Schluss des großartigen Konzertes. Schönberg reizte mit dem zentralen Stück des 19. Jahrhunderts die Grenzen der Tonalität aus, und das „Ensemble vocal“ präsentierte sich ein letztes Mal mit seiner außergewöhnlichen Kunst.

Beseelt und die Herzen gefüllt mit herrlicher Musik, verließen die Konzertbesucher die Großenasper Katharinenkirche.

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erstellt am 03.Nov.2015 | 12:00 Uhr

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