zur Navigation springen

Krankheitswelle im Norden : Die Stadt wird von der Grippe noch verschont

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Während in anderen Städten die Zahlen steigen, gibt es in Neumünster nur einen offiziellen Fall. Viele Flüchtlinge nutzen den Schutz.

von
erstellt am 03.Feb.2016 | 07:30 Uhr

Neumünster | Die Grippewelle kommt jetzt auch im Norden an – besonders in den Städten. Doch während in Kiel seit Anfang Januar bereits 23, in Pinneberg 17 und in Lübeck 14 Menschen an Influenza, also der „echten Grippe“, erkrankt sind, gibt es in Neumünster laut Fachdienst Gesundheit bisher erst einen offiziellen Fall. Damit ist die Stadt zum Start weitgehend verschont geblieben. Allerdings ist die Gefahr einer Ansteckung noch lange nicht vorbei.

„Erfahrungsgemäß ist mit einer erhöhten Infektionsgefahr bis Anfang April zu rechnen“, erklärte Joachim Hucke, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Gesundheit der Stadt. Der Mediziner rechnet aber „angesichts der bislang eher geringen Zahl von Influenzafällen in Neumünster mit einem durchschnittlichen Verlauf der diesjährigen Grippesaison“.

Die Gründe dafür sind auch für die Experten schwer zu ermitteln. Ist es besonders gute Hygiene mit häufigem Händewaschen, wie es die Fachleute jetzt als Schutz empfehlen? Oder sind die Neumünsteraner besonders häufig geimpft und bieten der echten Grippe deshalb keine Angriffsfläche? Zahlen darüber, wie viele Menschen die Schutzimpfung in dieser Saison bereits genutzt haben, liegen weder dem hiesigen Gesundheitsamt, noch der Kassenärztlichen Vereinigung oder dem Gesundheitsministerium vor. „Diese Zahlen werden nicht erfasst“, hieß es.

Sicher ist jedoch: Der aktuelle Impfstoff ist offenbar deutlich besser auf die hauptsächlich zirkulierenden Viren abgestimmt, als es in den Vorjahren der Fall war. Empfohlen wird der Schutz laut Gesundheitsamt für Menschen über 60 Jahre, für Frauen, die während der Grippesaison schwanger sind, für chronisch Kranke und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen oder anderen großen Einrichtungen. „Infektionsgefährdet ist aber im Grunde jeder. Für durchschnittlich gesunde Menschen ist die Influenza aber in der Regel unproblematisch“, sagte Hucke.

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge am Haart, wo zurzeit laut Magdalena Drywa vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten 1300 Menschen untergebracht sind, wird die Impfung ebenfalls seit Monaten allen angeboten. Ältere Menschen über 60 Jahre, kleine Kinder und chronisch Kranke bekommen den Schutz ohnehin. Zu groß wäre in der Massenunterkunft sonst die Gefahr einer Ansteckung, sollte sich die Influenza dort ausbreiten. Doch ohnehin nimmt der überwiegende Teil der Bewohner der Erstaufnahme in Neumünster und in Boostedt das Angebot an. Mehr als 70 Prozent lassen sich freiwillig impfen, erklärte Magdalena Drywa. „Die Ärzte hier sind mit der Impfquote sehr zufrieden. Wir haben in dieser Saison hier auch noch keine einzige Erkrankung“, so die Sprecherin.

Wer sich jetzt in Neumünster noch gegen die echte Grippe impfen lassen möchte, hat zurzeit noch Chancen. „Noch könnte ich Impfstoff bestellen“, sagte der Kreisapotheker und Inhaber der Flora-Apotheke, Rüdiger Metzner, mit einem Blick in den Computer. Doch er stellte auch klar: „Es sind nur noch Reste vorhanden. Die Impfsaison beginnt im September. Wer jetzt noch etwas braucht, ist spät dran.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen