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Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 04:40 Uhr

Flüchtlinge: : Die Stadt sucht 430 Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wobau und Genossenschaften haben kaum Wohnraum anzubieten

von
erstellt am 09.Mär.2016 | 07:30 Uhr

Neumünster | Nach jahrelangem Rückgang dreht die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt wieder ins Positive: Auch ohne die Flüchtlinge in der Erstaufnahme am Haart hat Neumünster laut eigener Bevölkerungsstatistik inzwischen wieder mehr als 79  000 Einwohner. Rechnet man die Flüchtlinge mit, waren es zum Jahreswechsel sogar knapp 81  400 Einwohner. Das wirkt sich finanziell positiv aus, denn aus dem Finanzausgleich erhalten die Kommunen Geld für jeden Einwohner; dabei werden auch die Asylbewerber in ihrer Zeit am Haart mitgezählt.

Das hat aber auch Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt, denn ab 2017 muss die Stadt jährlich geschätzt 1400 Flüchtlinge auf Dauer unterbringen (der Courier berichtete). Das Konzept dafür und die Einrichtung eines „Willkommenszentrums“ in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne sind am Dienstag, 15. März, ab 17 Uhr Themen in der Ratsversammlung.

Ein wesentliches Ziel ist die Verteilung der Flüchtlinge, um eine Ballung in Stadtteilen oder Gebäuden zu vermeiden. Doch das ist leichter gesagt als umgesetzt. Von den etwa 2500 leer stehenden Wohnungen in Neumünster sind 680 faktisch nicht mehr vermietbar, da keine Installationen mehr vorhanden sind oder die Trinkwasserleitungen aus Blei sind. Die Leerstände ballen sich vor allem im Westen und Nordosten der Innestadt sowie am Ring.

Eine rückläufige Zahl Sozialwohnungen trifft dabei in Neumünster – auch ohne Flüchtlinge – auf eine steigende Zahl an Privathaushalten. Die Nachfrage aus Neumünster und dem Umland steige bei Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen – und das sowohl im gehobenen als auch im einfachen Bereich. So stehen etwa 100 Bewerber auf einer Warteliste für stadteigene Baugrundstücke.

Da die städtische Wobau und auch die Baugenossenschaft Holstein kaum freie Wohnungen haben, ist die Stadt auf private Vermieter angewiesen. Die Stadt gibt sich in dem Konzept als „verlässlicher Mietpartner“ und will so Anreize zur Modernisierung von Wohnungen geben. Im Konzept ist auch von der Umnutzung von Nicht-Wohngebäuden und vom Neubau von Sozialwohnungen die Rede.

Bei einer Zuweisungen von 1400 Flüchtlingen rechnet die Stadt damit, dass sie im kommenden Jahr rund 430 Wohnungen bereit stellen muss. Erfahrungen zeigten, dass nur 30 Prozent Familien seien, 70 Prozent dagegen einzeln reisende Erwachsene. Letztere seien nur in Ausnahmefällen in Einzelwohnungen unterzubringen, sodass die Bildung von Wohngruppen nötig werde.

Quasi als Puffer und städtische Erstaufnahme soll das „Willkommenszentrum“ in einem Trakt der ehemaligen Hindenburg-Kaserne an der Färberstraße dienen (der Courier berichtete). Die Stadt plant hier vorerst mit Platz für mindestens 80 Menschen, die hier für einen kurzen Zeitraum untergebracht werden, bis für sie Platz in einer Wohnung gefunden ist.

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